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Nach dem B-Actionfilm "Flight of Black Angel" verschwand Regisseur Jonathan Mostow erstmal eine Weile in der Versenkung. Sechs Jahre später präsentierte er mit "Breakdown" seinen ersten Kinofilm. Am Drehbuch wirkte Mostow auch mit, zusammen mit Sam Montgomery (24), mit dem er drei Jahre später bei "U-571" wieder zusammenarbeitete. Mostow dürfte den meisten durch "Terminator 3" ein Begriff sein. Das Budget, hauptsächlich von Dino DeLaurentis betrug knappe 40 Millionen Dollar und dürfte größtenteils in den namhaften Cast und das spektakuläre Finale geflossen sein.
Die verlassenen Highways mitten in der Einöde waren schon immer eine beliebte Filmkulisse. Nehmen wir nur mal "Hitcher" aus dem Jahre 1986 mit Rutger Hauer oder "Joy Ride", der vier Jahre nach "Breakdown" gedreht wurde. Den Grundstein legte jedoch Steven Spielberg Ende der 70er Jahre mit seinem spannenden Spielfilm "Duell".
Hier haben wir das Paar Jeff (Kurt Russell) und Amy Taylor (Kathleen Quinlan), die ihr altes Leben hinter sich lassen und in eine ungewisse Zukunft fahren. Mit ihrem nagelneuen Jeep haben sie eine Panne mitten in der Einöde. Der scheinbar freundliche Trucker Red Barr (J.T. Walsh) will Amy zum nächsten Telefon bringen. Doch da kommt sie nie an. Jeff bekommt das Auto wieder in Gang und muss feststellen, dass seine Frau entführt wurde. Die Polizei ist machtlos, so muss Jeff die Sache selbst in die Hand nehmen.

Auch "Breakdown" kann diesem Genre keine Neuheiten abgewinnen, bietet aber von Anfang bis Ende Hochspannung. Jedoch enttarnt sich die Organisation um Trucker Red zu früh, Überraschungen kann Mostow somit nicht mehr bieten. Doch dafür fiebert man mit Jeff, der in einer ihm fremden Umgebung völlig auf sich gestellt ist. Die Polizei ist keine Hilfe, was die Anzeigentafel mit den vermissten Personen im Revier beweist. Auch hat Red einige Komplizen und das könnte hier wirklich jeder sein, sogar die Polizei. Somit muss Jeff auf ein Zeichen der Kidnapper warten, die bald ein hohes Lösegeld fordern. Aber woher nehmen, wenn man es nicht hat. Jeff ist bald in der Zwickmühle und verhält sich dementsprechend auch realistisch. Er setzt alles auf eine Karte.
Die erste Halbzeit lässt es Mostow noch ruhig angehen. Spannung ja, Action nur wenig. Jeff muss sich wegen Geldmagels etwas einfallen lassen und schlägt die Entführer mit ihren eigenen Waffen. Es folgt eine kleine Rauferei im Auto, schließlich wird Jeff auch noch von der Polizei gesucht. Im Showdown setzt Mostow dann auf knallharte Action. Ein Shootout, mit langer Autoverfolgungsjagd und jeder Menge Blechschäden. Man verzichtet dabei meistens auf Brutalitäten, die der Film sowieso nicht nötig hat.
Hätten wir da noch wirklich gute Darsteller. Kurt Russell mimt den verzweifelten Ehemann sehr glaubwürdig, J.T. Walsh, M.C. Gainey und Jack Noseworthy geben ein fieses Entführergespann ab. Mit Kathleen Quinlan, Rex Linn und Jack McGee ist "Breakdown" bis in die Nebenrollen gut besetzt. Der aufreibende Score stammt von Basil Poledouris.

Durchweg spannend und in der zweiten Halbzeit auch actionstark inszeniert. Die verlassenen und endlos langen Highways bieten die passende Kulisse, nebst dem gelungen Score. Die Darsteller überzeugen, nur die Story macht es sich zu leicht, bleibt vorhersehbar. Spannende Unterhaltung für 90 Minuten ist aber garantiert.

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