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"Ich will eigentlich garnichts. Sie wollen was. Und es geht darum wie sehr sie es wollen, denn es wird teuer."

Das Ehepaar Jeff (Kurt Russell) und Amy Taylor (Kathleen Quinlan) zieht von Massachusetts nach Kalifornien um. Bei ihrer Fahrt mitten durch das Landesinnere der USA, erleiden sie eine Panne in der Wüste. Der vorbei fahrende Trucker Warren (J. T. Walsh) bietet Hilfe an und nimmt Amy zur nächsten Raststätte mit Telefonmöglichkeit mit. Als Jeff kurze Zeit später die Panne beheben kann und zur Raststätte fährt, gibt es von seiner Frau Amy keine Spur. Auch die örtliche Polizei hilft Jeff nicht weiter, als er Warren einholt und dieser nichts mehr von seinem Angebot weiß. Bei der verzweifelten Suche nach seiner Frau entpuppt sich Warren als Anführer einer kriminellen Bande und fordert von Jeff ein hohes Lösegeld für die Freilassung seine Frau.

"Breakdown" ist ein ernsthafter und bis gegen Ende authentischer Thriller mit enormem Spannungspotential. Zu seiner Unheil geschwängerten Musikuntermalung entfaltet der Film eine auf das Wesentliche konzentrierte Geschichte, die besonders den psychischen Druck auf seinen Hauptcharakter in den Fokus stellt.

Die Idee zur Rahmenhandlung ist definitiv nicht neu. Bereits Alfred Hitchcock inszenierte einen auf wahren Begebenheiten zugrunde liegenden Film mit ähnlichem Aufbau. Und auch parallelen zu Roman Polanski's "Frantic" sind nicht von der Hand zu weisen.
Trotzdem hat "Breakdown" eine Daseinsberechtigung. Denn in der trostlosen Kulisse baut der Thriller eine recht schnell durchschaubare aber auch beklemmende Ausgangssituation auf und hält diese bis zum Ende aufrecht.

Actionfans werden mit diesem Film sicher weniger zufrieden gestellt. Zwar enthält "Breakdown" beeindruckende Fahrzeugstunts, Explosionen und kurze Schießereien, diese finden sich aber eher selten und trüben im Finale gar die sonst durchweg bodenständige Inszenierung.

Die Charaktere sind eher oberflächlich, ihre Darsteller jedoch herausragend. Besonders Kurt Russell ("Tombstone", "Die Klapperschlange", "Das Ding aus einer anderen Welt") begibt sich auf ungewohnt verletzliche Pfade und prägt den Film mit seiner unglaublichen Präsenz.
Kathleen Quinlan ("Apollo 13") kommt der Handlung wegen etwas kürzer vor, tritt aber dennoch glaubwürdig auf. J. T. Walsh ("Einsame Entscheidung") bleibt Dank einer gefassten und nicht überzogenen Gegenspielerrolle ebenso in Erinnerung.

Durch seine übersichtliche Laufzeit von ca. 90 Minuten wird "Breakdown" nicht langwierig, obwohl sich der Thriller fast ausschließlich auf nervenaufreibenden Suspense konzentriert und daneben kaum etwas bietet. Die etwas zu konstruierte Handlung und die oberflächlichen Charaktere sind zweckmäßig, die eher selten vorkommende Action kurzweilig. Dafür erweisen sich die Schauspieler als echte Bereicherung. Knappe ...

8 / 10

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