Carliverance
„Breakdown“ ist ein brandheißer Ritt. Kidnapthriller. Roadtripaction. Horrorvorstellung. Alles in einem! Wohl einer der Filme, wo ich felsenfest behaupten würde, dass den niemand schlecht findet, die meisten sogar richtig gut, nachvollziehbar und durchgehend temporeich, packend, aufreibend. Ein Pärchen fährt durch das amerikanische Wüstenhinterland und nach einer leichten Reiberei mit einem Straßenrowdyredneck bricht auf einmal auch noch der Wagen zusammen. Dann fährt die Frau mit einem Trucker zur nächsten Raststätte - zumindest war das der Plan. Denn der zurückgebliebene Mann sucht sie am verabredeten Treffpunkt vergebens…
Sie ist weg. Weg!
Heutzutage scheint die Aufmerksamkeitspanne stark gesunken, selbst bei vielen von uns Filmfans. Seien wir mal ehrlich, wir nehmen doch öfters mal das Handy zur Hand, als uns lieb ist und wir uns eingestehen. Leider. Erst recht während unterdurchschnittlichen bis langweiligen Filmen. Bei „Breakdown“ wird einem das so schnell aber nicht passieren. Zu knackig, zu effektiv, zu konzentriert kommt dieser Am-Arsch-der-Welt-Auto-Thriller mit dem einzig wahren Kurt Russell daher. Das Ami-Hinterland ist an sich schon gruselig genug. Diese Situation ist gar nicht mal allzu unrealistisch. Und es ist fein Russell mal (vor allem anfangs) ziemlich hilflos zu sehen. Die Bösewichte hier sind der Knaller, garstig aber nie zu comichaft überzogen. In der zweiten Hälfte gibt’s noch richtig klasse Action, selbst wenn ich die eher auf Spannung und Fragezeichen konzentrierte erste Hälfte noch besser finde. Den Showdown an der Brücke vergisst man nicht. Erst recht nicht ungeschnitten, wenn Russells Filmfrau noch die finale Handbremse löst. Viel ist handgemacht, alles ist übersichtlich und kräftig inszeniert. Es kracht, es blutet, es schwitzt. Wie gesagt: zeigt mir erstmal einen, der „Breakdown“ schlecht findet. Das wird eine Suche nach der Nadel in einem Haufen begeistertem Heu.
Fazit: verdammt spannender und effektiver Roadtrip-Thriller zwischen „Duel“, „Spoorloos“, „Wolf Creek“ und „Joy Ride“. Heiß, hitzig, haarig. Und Russell mal nicht als Übermann. Ganz im Gegenteil.