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Während eines Cross-Country-Trips von Boston nach San Diego bleibt das Ehepaar Jeff und Amy Taylor auf einer gottverlassenden Wüsten-Straße mit dem Wagen liegen. Der zufällig vorbeikommende, freundlich scheinende Trucker Red Barr kriegt die Karre zwar auch nicht wieder flott, bietet jedoch an, Amy mit seinem Laster bis zum nächstgelegenen Diner mitzunehmen, damit sie von dort einen Abschleppwagen rufen kann. Nach ein paar Stunden Warterei ohne ein Zeichen von seiner Frau gelingt es Jeff dann doch noch, den Schaden selbst zu beheben und mit seinem Jeep zu dem besagten Diner zu fahren... doch als er die dort Anwesenden nach seiner Frau befragt, scheint es so, als wäre Amy nie in dem Imbiss angekommen. Schnell macht sich Panik breit und als Jeff dann Reds Laster kurz darauf stoppt und von dem Trucker im Beisein eines Highway-Polizisten eine Erklärung über den Verbleib seiner Ehefrau verlangt, behauptet dieser doch glatt, weder ihn noch Amy jemals im Leben begegnet zu sein... Ein wenig wie die Blue Collar-Version von Roman Polanskis "Frantic" kommt einem "Breakdown" vor, der zudem auch unleugbar nach dem Vorbild des holländischen "Spurlos verschwunden" gemodelt wurde und dessen alltägliches Schreckens-Szenario aufgreift, dieses im Verlauf der Handlung jedoch - ein Blick auf Hauptdarsteller und Publikums-Liebling Kurt Russell lässt es bereits erahnen - statt in wahrhaft düstere Psycho-Thriller-Gefilde lieber auf die Actionfilm-Schiene drückt. Wo da anfangs noch ein wenig Hitchcock'sche Spannungs-Mache betrieben wird, zählen da zum Schluss hin nur noch Stunts und Car-Crashs. Schade, denn obwohl "Breakdown" ja eigentlich einen irre gut ziehenden Hook intus hat und alleine schon von der Prämisse her wunderbares Paranoia-Kino abgegeben hätte, wirkt die Angelegenheit ob ihrer recht banalen Auflösung in den letzten paar Minuten voller Mainstream-Action ja doch irgendwie regelrecht verschenkt. Nichtsdestotrotz unterhält der Streifen aber nicht schlecht und Regisseur Jonathan Mostow dürfte acht Jahre nach seiner noch durchweg misslungenen Horror-Komödie "Beverly Hills Body Snatchers - Unsere Leichen leben noch" hiermit sein Eintritts-Ticket für Hollywood mal definitiv gelöst und sich auch für spätere A-Ware vom Schlage eines "Terminator 3 - Rebellion der Maschinen" empfohlen haben. Die durchweg fettfreie und stringente Erzählweise ist dabei der größte Pluspunkt, den "Breakdown" auf seiner Haben-Seite für sich verbuchen kann, denn hier gibt es wirklich keine Nebenkriegsschauplätze in Form irgendwelcher Sub-Plots oder Füllsel-Szenen, die einen vom eigentlichen Kern der (dünnen) Geschichte ablenken könnten... aber wie gesagt, dass sich das alles letzten Endes doch nur als fade Entführungs-Nummer und damit quasi als reines Krimi-Stück entpuppt, enttäuscht einen irgendwie schon. Kurt Russell, likable wie eh und je und in einem reinen Helden-Part wieder mal keineswegs fehlbestzt, sorgt dann aber zumindest doch dafür, dass die Chose schauspielerisch auf sicheren Beinen steht und adelt damit in gewisser Weise einen Film, der sich, was den gesamten Produktions-Umfang anbelangt mal eher noch im B-Movie-Rahmen bewegt und damit doch irgendwie nostalgische Erinnerungen an jene Zeiten weckt, als Hollywood es noch drauf hatte, den Zuschauer mit nicht übertrieben budgetierten Action-Streifen sicher zu unterhalten... eine Kunst, die die aktuelle Generation von Filmemachern ja allem Anschein nach weitestgehend verlernt hat, denn Abseits der gelegentlichen Star-Vehikel für Liam Neeson oder Gerard Butler (der sich mit seinem "Chase" übrigens jüngst erst an einer eigenen Variante von "Breakdown" versucht hat und damit ziemlich arg gescheitert ist) tut sich in dieser Sparte ja nicht mehr allzu viel. Also: Bestimmt kein schlechter Film, auch wenn da sicherlich noch mehr drin gewesen wäre. Ach ja, für den deutschen Kino- und Heimvideo-Release wurde damals noch eine kurze Einstellung im Finale entfernt, die das Lösen einer Handbremse zeigt, um vermutlich auch nur die geringste Anmutung von Selbstjustiz aus dem Streifen zu tilgen... und damit hat man auch irgendwie die hübsche Doppeldeutigkeit des Titels zunichte gemacht, denn der "Breakdown" bezieht sich nicht nur auf den Geländewagen der Taylors, der da in der Wüste absäuft. Die Fassung, die man da auf verschiedenen Streaming-Diensten abrufen kann und die auch ab und an im TV versendet wird, ist nun jedoch wie's aussieht wieder komplett.

7/10

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