Bei den Recherchen zu dem Bildband „Urtümliches aus Bayern“ landet Marc in einem kleinen abgelegenen Dorf namens Hinterkaifeck. Schon bald plagen ihn schreckliche Visionen über einen Mord, der sich an diesem Ort abgespielt haben muss. Mit Hilfe der einheimischen Juliane kommt er nach und nach einem düsteren Geheimnis auf die Spur ...
Unheimliches aus deutschen Landen ist ja bisher weder quali- noch quantitativ besonders stark vertreten. In die Kerbe versucht nun Hinter Kaifeck zu schlagen. Basierend auf einen realen Mordfall 1922, versucht sich die Geschichte allerdings nicht an der Auflösung der damaligen Greueltat, sondern spinnt seine eigene mystische Spin-off Version desselben. Typisch für Vertreter dieses Genres ist auch Hinter Kaifeck dabei keine Tempogranate, die erste Hälfte des Films möchte man als Zuschauer beinahe ein wenig anschieben, das das Geschehen dann mal endlich zu Potte kommt, mit Fortdauer der Geschehnisse intensiviert sich das Script zwar, dennoch ist die Erzählweise mit sehr ruhig und hintergründig ausreichend umschrieben. Das Script wirkt insgesamt noch etwas unausgereift. Einige Handlungsstränge laufen ins Leere, viele Fragen bleiben offen, wer denn nun beispielsweise der ursprüngliche Mörder war und wieso das ganze Dorf sobald die Fellklamotten angezogen sind zum Mördermob wird, richtig stimmig ist der Film an sich nicht. Eigentlich schade, denn von der technisch handwerklichen Seite ist der Film extraklasse, geführt von guten Schauspielern, passender Sounduntermalung, und besonders einer hervorragenden Kamera, die es versteht die nebelverhangene triste Winterwelt des bayrischen Hinterwäldlerkaffs einzufangen und besonders in den Albtraumsequenzen klasse Bilder abliefert.
Insgesamt ist Hinter Kaifeck noch etwas unausgegoren. So gerne ich mal einen richtig guten Horror/Gruselfilm teutonischer Herkunft sehen würde, dieser Film gehört eher in die Kategorie Mittelmaß, durchaus unterhaltsam anzusehen, aber nix wofür man ein Fanclub eröffnen müßte. Es ist aber schön zu sehen das man sich auch hierzulande mal etwas anderes zu drehen traut als die üblichen romatischen Komödien a la Traumschiff und Konsorten.
5/10