Drei Abenteurer begeben sich auf einer tropischen Insel auf die Suche nach dem verlorenen Schatz von Marco Polo, finden jedoch Kannibalenterror und den Tod…
Bei ISLE OF THE DAMNED handelt es sich um ein humoristisch angehauchtes Amateur-Splatterfilmchen, das sich an den Kannibalenklassikern CANNIBAL HOLOCAUST, ZOMBIES UNTER KANNIBALEN, CANNIBAL FEROX, EATEN ALIVE und wie sie alle heißen, orientiert, mehr noch: diese sogar auf liebe Weise parodiert und auf die Schippe nimmt. Der ganze Film ist dabei komplett auf Retro getrimmt. Es wurden sogar extra Störelemente eingefügt, um das Filmmaterial älter wirken zu lassen. Die Hauptcharaktere bestehen aus einem Helden mit Pornoschnauzer, blonder Perücke und Pilotenbrille, einem Kind, gespielt von einem Erwachsenen mit MASK-T-Shirt und Propellermütze, und einem pädophilen, sexsüchtigen Perversling. Dreimal dürft ihr raten, wer am Ende von den Kannibalen blutrünstig ausgeweidet wird. Die Kannibalen sind mit Ruß eingeschmierte Weiße, die mit Rasta-Perücken auf dem Deckel und Speeren „Uga uga!“ grunzend durchs Dickicht hüpfen. Alle Darsteller zeichnen sich durch extremes Overacting aus, was aber gewollt ist, um den Unernst, der hinter dem Projekt stand, zu verdeutlichen. Die deutsche Synchro wird von geschätzt zwei bis drei Leuten gesprochen, selbstverständlich auch die weiblichen Rollen, was den Trash-Faktor noch ein wenig pusht.
Ist auch die Story drum herum übler Mist, weiß doch der Splatter zu überzeugen. Es wird so ziemlich alles abgehakt, was auch in einem klassischen Kannibalenfilm nicht fehlen durfte: eine Kastration, eine Schwangere wird ausgeweidet, eine rektale Pfählung (wie in CANNIBAL HOLOCAUST), multiple Amputationen, ein Baby wird zertrampelt und – selbst an die Prise Tiersnuff wurde gedacht – ein Krokodil frisst eine Maus.
ISLE OF THE DAMNED ist mehr als ein Fanfilm. Der übertriebene 70er-Jahre Look regt ebenso zum Schmunzeln an wie die allgegenwärtige, beabsichtigte Unbeholfenheit. Hier geht die Rechnung des gewollten Trashs ausnahmsweise mal auf. Ist ja kein Leichtes gewollte unfreiwillige Komik zu erzeugen. Vom Dummheitsgrad her steht er den Originalen jedenfalls an nichts nach.
Splatter: (+)(+)(+)(-)(-)
Story: (+)(-)(-)(-)(-)
Retro: (+)(+)(+)(+)(+)
Fazit:
Disco Cannibale! Amateursplatter im Retro-Gewand. Ähnlich retro wie CITY KILL, CAPTAIN COSMOTIC oder BLACK DYNAMITE. Für Fans des Kannibalen-Genres echt sehenswert.