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Eigentlich war ja keine Fortsetzung zu Crank geplant, in der Kinoversion noch starb der "Held" Chev Chelios, doch der Director's Cut eröffnete die Möglichkeit einer Fortsetzung: Das Herz hörte nicht endgültig auf zu schlagen. Genau dort setzt auch Crank 2 nahtlos an und führt die kranke und irreale Storyline gekonnt fort. Teil 2 ist dabei von Beginn an wesentlich brutaler und noch absurder. Chev bekommt zu Beginn sein Herz rausgenommen und ein künstliches Plastikherz eingepflanzt, welches ständig Strom braucht. Strom also, analog dem Untertitel, der Nachfolger des Adrenalins.

In den 85 Minuten hat der Zuschauer erneut die Chance dem anarchischen Psychotrip eines prächtig aufgegelegten Jason Statham beizuwohnen. Kugeln scheinen ihn nie zu treffen und Schmerz fehlt in seinem Wörterbuch, stattdessen ist er auf der unerbittlichen Suche nach seinem echten Herz. Die kurze Laufzeit ist optimal kalkuliert, da so zu keiner Sekunde die Geschwindigkeit groß angehalten werden muss, ständig Action - ganz nach dem Vorbild von Teil 1. Auch die fast künstlerischen Kamerafahrten, Einstellungen und Schnitte führen das Werk ohne Stilbruch fort. Wie als wären Crank1 und Crank2 ein großer, verrückter Film. Toll auch, dass sich die Geschichte überhaupt nicht abnutzt, man sehnt sich geradezu nach mehr kranker, irrationaler Action und einem ständig fluchenden Chev. Konnte man über Teil 1 schmunzeln, so erwischt man sich bei Crank: High Voltage fast dauerhaft beim Lachen. Der schwarze Humor kommt bestens heraus. Der Film nimmt sich auch kein bisschen ernst, Selbstironie auf ganzer Linie. Ist das nun krank, wenn man "Kränk" lustig findet? Ich denke nicht, Crank fordert das geradezu. Wie ein real gewordendes Videospiel stapft Chev da über die Leinwand, knallt alles ab was ihm über den Weg läuft, haut coole Sprüche raus und guckt sich zwischendurch nach immer stärkeren Energiequellen um. Total abgedreht und irrational aber grandios umgesetzt. Ständig begleitet von Rockmusik, die den Charakter über alle Limits nach vorne zu pushen scheint. Wahnsinnig.

Fazit: Nichts für zarte Gemüter, zu Recht mit FSK18 Siegel. Wer Crank1 mochte wird ohne Einschränkung von Crank2 begeistert sein. Eher sogar einen Tick besser, was bei einer Fortsetzung besonders hervorzuheben ist: 8,5/10

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