Review

Nachdem Jason Statham mit "Transporter 3" nur mäßig punkten konnte, hoffte ich auf "Crank 2", der seinem Titel alle Ehre macht. Vor drei Jahren machten Mark Neveldine und Brian Taylor mit einem megaschnellen, tabubrechendem und adrenalingeladenen Actionfilm auf sich aufmerksam. "Crank" war einfach anders als jeder Actionfilm mit dem zweiten Teil legt man gleich noch zwei Schippen drauf. Zwar wird Statham als Drehbuchautor nicht genannt, jedoch war er an vielen Dialogen beteiligt, viele Onliner, tabulose Sprüche und auch Schimpfworte, soll er beigetragen haben. Man knüpft direkt an den Erstling an, "Crank 2" beginnt mit Chev Chelios Fall aus dem Hubschrauber.
Er liegt noch keine drei Sekunden am Boden, schon kommt ein Kleinbus und man kratzt ihn förmlich von der Strasse. In einem geheimen Labor muss Chev selbst mitansehen, wie sein Herz entfernt wird. Dafür wird ihm ein Kunstherz eingepflanzt, welches mit Strom aus einer Batterie versorgt wird. Chev kann nach der Operation fliehen und macht sich auf die Suche nach seiner "Pumpe". Dabei legt er sich mit den Triaden an, findet heraus was aus seiner Freundin Eve (Amy Smart) geworden ist und hat die nervige Ria (Ling Bai) an der Backe. Nebenbei muss er ständig sein Kunstherz mit Stromstößen versorgen. Ein wilder Amoklauf hat begonnen.
Neveldine und Taylor ist hier ein Non-Stop Gag und Actionfeuerwerk gelungen, gleichzeitig ist es aber auch eine schlichte Kopie des Originals. Die Story kann man nicht mal als solche bezeichnen, Aufhänger würde es besser beschreiben, auch bleibt "Crank 2" recht spannungslos. Aber darauf legt das Regieteam keinen Wert, was sie wollten, haben sie erreicht und der Unterhaltungswert könnte nicht höher sein.

Chev bricht aus dem Labor aus, schießt dabei ein halbes Dutzend Triaden über den Haufen und steckt Einem sogar die Flinte in den Hintern. Damit beginnt sein Amoklauf durch die Stadt. Schnell hat er die Batterie seines Kunstherzes geschrottet, also muss er sich stets mit Stromstößen versorgen, um nicht zu krepieren. Ob mit einem Starthilfekabel, Elektroschocker, Hundehalsband oder sogar mit einem Strommast, Chev ist nicht wählerisch. Wie im Erstling treibt er es mit Freundin Eve in aller Öffentlichkeit, hier auf einer Pferderennbahn, während dort ein Rennen stattfindet. In kürzesten Abständen liefert sich Chev immer wieder Keilereien, Shootouts oder Verfolgungsjagden mit seinem Wiedersachern. Brutalitäten kommen dabei nicht zu kurz. Suppende Einschüsse, blutige Fressen oder abgetrennte Brustwarzen, es gibt keine Tabus. Dazu tobt, im wahrsten Sinne des Wortes, ein extrem lauter und schneller Score.
Jedoch ist nicht jeder Gag gelungen. Gerade in der letzten halben Stunde übertreibt man es. Der Godzilla mäßige Fight im Elektrizitätswerk, der am leben erhaltene Kopf im Aquarium, oder als Chev brennend durch die Gegend läuft. Den Grundstein für den dritten Teil hat man auch schon gelegt.
Jason Statham liefert uns erneut eine tolle Show. Überdreht, gnadenlos und humorvoll. Klasse ist auch Efren Ramirez. Sein Charakter Venus hat das Tourette-Syndrome und sorgt damit für einige Brüller. Dwight Yoakam ist wieder als Doc Miles dabei und Amy Smart als Eve. Ling Bais Performance ist ein wenig zuviel des Guten, während Corey Haim und David Carradine ihre Sache sehr gut machen.

Extrem schnell, brutal und laut. "Crank 2" macht unheimlich Laune, auch wenn nicht jeder Gag zündet. Das Nichts an Story und Spannung können Neveldine und Taylor ordentlich übertünchen, sie bieten schließlich eine Non Stop Actionorgie. Dabei werden einige Tabus gebrochen, es fallen massig Schimpfworte, der abgedrehte Humor kommt nicht zu kurz. Auch die Darsteller hatten daran sichtlich ihre Freude.

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