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"Wir haben es mit Dingen zu tun, die über die Grenzen ihrer Welt hinaus gehen."

Jack Bruno (Dwayne Johnson) versucht sich nach seiner Vergangenheit als Ex-Sträfling als Taxifahrer, um sich als ehrlicher Bürger durchs Leben zu schlagen. Durch die in Las Vegas veranstaltete UFO-Convention hat er diverse kuriose Gäste an Board, darunter beispielsweise die gescheiterte Astrophysikerin Alex Friedman (Carla Gugino) die ihm mit heller Freude einen Auszug ihrer Rede über wissenschaftliche Theorien über UFOs gibt. Nicht davon überzeugt, muss er sich wenig später mit den Zwillingen Sara (AnnaSophia Robb) und Seth (Alexander Ludwig) auseinander setzen, die ihm unter dem Gebot einer hohen Summe bitten sie in einer von ihnen dirigierten Stelle in der Wüste zu fahren. Während der Fahrt werden sie von schwarzen Transportern bedrängt und von der Straße abgebracht. Der darin sitzende Agent Henry Burke (Ciarán Hinds) ist hinter Sara und Seth her, denn diese sind kindlich aussehende Außerirdische, die parallel von einem kriegerischen Alien gejagt werden.

2009 ist definitiv kein guter Jahrgang das Kinoprogramm betreffend. Neben schwächelnden Fortsetzungen wie "Terminator", und nur wenigen Lichtblicken wie "Star Trek" scheint der Ideenschwund in Hollywood noch lange nicht vorbei zu sein. So wirft auch Disney einen von sich selbst auf den Markt geworfenen Film als Remake erneut in den Ring. Dieser boxt zwar ordentlich, der Ringrichter dürfte aber jede Menge Probleme haben die Treffer zu sichten.

Unübersicht und Irreführung stehen auf dem Programm. "Die Jagd zum Magischen Berg" führt zwar durch zahlreiche Verfolgungsjagden und Actionsequenzen, diese sind aber so schnell geschnitten und schlecht in der Kamera eingefangen, dass der Zuschauer bereits nach wenigen Minuten das Handtuch wirft. Dummerweise folgt auf eine Actionsequenz bereits die nächste, eine wahre Achterbahnfahrt mit fehlendem kribbeln im Bauch. Denn etwas Neues bietet die Pseudo Science-Fiction Komödie nicht im geringsten.
Auch ohne etwas Neues zu bieten kann man unterhalten, sofern man dies möchte. Scheinbar wurde die Qualitätskontrolle bei Disney aber durch die handvoll detailreichen Zeitlupeneffekte geblendet. Denn der Schnitt vieler Actionszenen ist so abrupt, dass Anschlusslücken vorprogrammiert sind und der Friseur eine wahre Freude an der neuen zu Berge gerichteten Frisur hat.

Das gesamte Konzept von "Die Jagd zum Magischen Berg" wirkt lieblos zusammengeschustert. Vielleicht war die für Disney ungewöhnlich düstere Aufmachung zu viel für den Konzern. Figuren sind blass und profillos, suhlen sich geradezu in den üblichen Disney-Klischees und wirken eher wie eine schlecht gemeinte Parodie. Oder wie ist es zu verstehen, dass zwei Alienkinder die Hilfe eines starken Erdlings benötigen, obwohl sie über technologische Überlegenheit und "Superkräfte" verfügen?
Die Handlung ist wie aus dem Lehrbuch. Linear, einfach strukturiert und einzig auf actionreiche Elemente ausgerichtet. Kniffe oder Wendungen sucht man vergeblich. Jenseits der Logik wird die Geschichte gnadenlos weiter erzählt ohne auch nur den Hauch von Plausibilität einzubringen. Fragen kommen auf, genauso wie klaffende Handlungslöcher, die den kaum vorhandenen Unterhaltungswert noch weiter vermindern.

Manche von den sonst gelungenen Effekten bewegen sich auf 90er Niveau, die musikalische Untermalung schleicht so vor sich hin. Den ganzen Film über will keine Spannung aufkommen, die mangels Höhen scheinbar garnicht vorgesehen ist. Die Frage ist welche Art von Zuschauer hier begeistert werden sollte, ist die Zielgruppe durch das Setting doch schon immens eingeschränkt.
Wäre wenigstens der von Disney sonst noch erheiternde Witz vorhanden. Aber selbst hier sieht es mau aus, da dieser kaum zündet. Stattdessen bietet die deutsche Synchronisation eine geradezu lächerliche Auswahl an Stimmen, von der die Piepstöne von AnnaSophia Robb den absoluten Höhepunkt an Lächerlichkeit darstellt.

Die eingerostete Mimik Dwayne Johnson ("The Scorpion King", "Doom - Der Film") war schon häufig Grund zur Kritik. Dies ändert sich auch hier nicht, ebensowenig seine bullige physische Präsenz. Scheinbar hat der Mangel an Gesichtszügen aber bei anderen Darstellern abgefärbt.
AnnaSophia Robb ("Jumper") bringt zwar den obligatorischen Disney-Süß-Faktor mit sich, schaut aber mit dem immer gleichen Gesicht in die Kamera, was zuweilen langweilt und kaum glaubhaft wirkt. Ähnliches gilt für den Neuling Alexander Ludwig.
Ganz übel erwischt es Carla Gugino ("The Unborn", "Watchmen - Die Wächter") die ihre Rolle als Grenzbereichs-Wissenschaftlerin durch nicht notwendige Übertreibung alberner Komik völligst in den Sand setzt.

"Die Jagd zum Magischen Berg" ist ein äußerst holpriger Film. Das Drehbuch scheint unausgereift, die Handlung dadurch löchrig. Technische Mängel sind sichtbar, genauso wie die mangelhafte Performance der Darsteller. Spannung will da nicht aufkommen. Wäre nicht die zumindest zeitweise unterhaltende Action, wärs ein absoluter Totalausfall.

2 / 10

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