Review

Nicht ganz das, was ich erwartet hatte… 

Als ob Parasiten nicht schon fies genug wären, hing der deutsche Verleih noch ein „Killer“ vor diesen endzeitlichen Kreaturenhorror. Warum nicht. Vielleicht war's auch prophetische Vorsehung, dass irgendwann ein weitaus berühmterer und besserer Film unter selbigem Titel erscheinen würde. Das wäre allerdings ein massives Talent - was die Beteiligten ansonsten in diesem „Parasite“ nicht besonders beweisen… Mit einer blutjungen Demi Moore und wesentlich mehr fiebertraumatischer und endzeitlicher Stimmung als ich erwartet hatte… Irgendwo wild und wirr im Sog sowohl von „Alien“ wie von „Mad Max“ folgen wir einem parasitär infizierten Wissenschaftler in die US-Wüste nach einem nuklearen Krieg - wo sich sein biologisch entwickelter Knabberspass schnell selbstständig macht… 

Kammerjäger sind ausgestorben!

Im 3D- und (!) Tierhorror- und Endzeit-Wahn gedreht geht dieser „Parasite“ von hinten durch das Rückgrat ins Auge. Schwitzig, hitzig, hot. Nicht nur durch Demi. Mit einer dystopisch-dampfenden Aura, mit mehr Schleim als Sein. Anders als Demi hat sich hier ganz sicher nicht alles gut gehalten. Aber er geht okay durch. Er geht dahin, wo es weh tut und schön eklig sein kann. Die Laufzeit übertreibt es nicht. Charles Band in seinem Element. Einige Szenen seiner ikonischen Vorbilder werden zitiert, kopiert, variiert. Immer in schlechter. Aber nie in gänzlich schlecht. Viele Horrorsubgenres werden durchgemixt. Bodyhorror. Paranoiafutter. Wüstengangland. Trash. Sci-Fi-Gadgets. Sogar ein verdammt starkes Kit-artiges Vehikel (Lamborghini), das wahrscheinlich mehr wert war als der gesamte restliche Film. Staub, Sekret, Sekten. Eine klare Vision oder Richtung oder Spannung hat das Ding nicht. Ein komischer Curveball ist’s aber schon irgendwie. Allein die ersten, wortlosen zehn Minuten geben den Weg schon vor. Ganz normal ist hier nichts. Unsere Welt ist das nicht. Aber Demi… puh… Demi - die gibt’s zum Glück auch bei uns! 

Fazit: kein „The Hidden“, kein „Screamers“, kein „Trancers“, geschweige denn mehr. Streckt seine krummen Fühler in alle möglichen Richtungen aus. Zudem mit 3D als ulkigem Gimmick. Und als Demis Sprungbrett interessant. Insgesamt auch irgendwie. Aber nie allzu überzeugend. Eher ein Bizarro. Schwül und flirrend. Hätte auch fast aus Down Under kommen können… 

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