Review

Wie häufig es im Horror-Bereich in jüngster Zeit dieses Sujet gab: Ein weltweit tödlicher Virus, ein paar Überlebende und nachfolgend stehen die Toten wieder auf und mutieren zur Bedrohung.
In diesem Fall wird noch nicht einmal von Zombies gesprochen, - kein Wunder, denn sie hegen kein Verlangen nach Fleisch, sondern fühlen sich lediglich durch laute Geräusche gestört. In dem Kontext hat man es fast mit einem Thriller einschließlich stark gewichteter Dramen-Anteile zu tun.

Im Vordergrund stehen eigentlich nur Michael, Emma und Carl, die sich nach der tödlichen Seuche von den restlichen Überlebenden trennen, um auf dem Land ein ruhigeres Dasein zu führen. Doch auch die Abgeschiedenheit einer Farm währt nicht lange…

Mit dem tödlichen Virus hält man sich nicht lange auf. Zu Beginn ein paar hustende Leute, Zusammenbrüche hier und da und sogleich ist man in den Räumen einer Schule, wo sich etwa ein Dutzend Überlebender einfindet. Nach kurzer Beratung düsen die drei ab und landen wenig später im abgelegenen Haus und auch dort geschieht nicht mehr, als dass man über einen Zaun berät, nach dem Generator sieht und das Außengelände beobachtet.

Von spannenden Momenten ist man weit entfernt, da die Untoten gar nicht erst versuchen, ins Haus einzudringen und erst mit der Zeit leichte Aggressionen entwickeln, die aber noch nicht einmal lebensbedrohlich anmuten, so dass sich einer sogar problemlos durch eine Gruppe von mehreren Untoten schieben kann.
Zwar wächst die Meute ums Gelände des Hauses und der Zaun bricht gegen Ende auch, doch Tatsache ist: Nicht eine Kreatur beißt zu, nicht einmal fließt Blut und nicht einmal wird ein Untoter bewusst beseitigt.

Als apokalyptisches Drama funktioniert der Stoff auch nur leidlich, da die Charaktere zu wenig hergeben, um das ohnehin dünne Gerüst der Story zu tragen.
Die durchschnittlichen Darsteller mühen sich und für eine Fünf-Minuten-Sequenz gibt es sogar einen Auftritt von David Carradine, der einen heruntergekommenen Kauz verkörpert.
Das nützt der Sache im Gesamtbild jedoch wenig, die Ausstattung ist mager, noch nicht einmal obligatorische „Freiheit im Supermarkt – Ich nehme was ich tragen kann“ - Szenen sind vorhanden. Zwar schwenkt man einmal zu einem Paar voll unter Drogen, welches von einer Meute überrascht wird, doch als es andeutungsweise zur Gegenwehr kommt, bricht man ab und wechselt zu unseren Überlebenstrio.

Folglich bringen die durchaus gekonnt angebrachten Masken-FX wenig, der Verfall und der Prozess der Untoten wird zwar nachvollziehbar analysiert und diskutiert, doch selbst als ein Pulk von zwanzig Körpern an die Fenster pocht, wächst das allgemeine Interesse kaum.
Am Ende steuert man auf keinen speziellen Punkt hin, die Seuche wird weder erklärt, noch sonderlich hinterfragt und letztlich gestaltet sich der Ausgang eher offen.
Dabei hilft die schleppende, zuweilen selbstverliebt verharrende Erzählweise innerhalb der lang andauernden 105 Minuten natürlich nicht.

Horror-Fans und besonders die von fleischrünstigen Zombies sollten also einen großen Bogen um die Untoten im Herbst machen, denn von alledem gibt es hier nichts zu sehen.
Vielmehr handelt es sich um ein post-apokalyptisches Drama mit viel Gerede, nur wenigen atmosphärischen Ansätzen und fast gar keinen mitreißenden Momenten.
Eher zum Dahinschlummern…
3,5 von 10

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