Review
von Leimbacher-Mario
Der Feminismus kommt mit gewaltigen Schritten
Der (nicht nur aus heutiger Sicht!) ziemlich fiese, egoistische Schlawiner Harry hurt in seiner Lieblingsbar mal wieder mit seinem favorisierten prallen Rotschopf rum - und glaubt seiner panischen Frau daheim nicht ein Wort, als diese von einer mysteriösen Erscheinung zwischen leuchtendem Satellit und Riesenmann berichtet! Doch als sie dann plötzlich selbst unheimlich an Größe gewinnt, bleibt dem untreuen Macho nichts anderes übrig, als die Wut seiner gehörnten Frau am eigenen Leib zu spüren...
„Attack of the 50-Feet Woman“ ist ein wortwörtlich riesiger Kultfilm und Autokinofavorit einer ganzen amerikanischen Generation, er hat Jahrzehnte an Trash von Killertomaten bis hin zu einem eher überflüssigen Remake beeinflusst. Und er hat sich gut, kurzweilig gehalten! Natürlich kommt es erst sehr final zur „Action“ durch die titelgebende Bedrohung, natürlich sind einige optische Effekte charmant bis massiv veraltet und natürlich muss man dafür schon eine Faible haben, darf kein „Gone With The Wind“ erwarten. Und dennoch: seinen Zweck erfüllt dieser sehr weibliche „Monsterhorror“ ideal, seine Aussage ist noch immer aktuell und akut und nachvollziehbar. Man(n) ist definitiv auf der Seite der Betrogenen, egal ob in klein oder in monströs, was das King Kong-artige Ende noch tragischer macht. Und eine gigantische Allison Hayes nur mit Bettlaken (?!) bekleidet ist und bleibt ein Highlight. Nicht zu unrecht ziert sie/das Poster etliche (Nerd-)WGs bis heute. Der gesellschaftliche und soziologische Subtext ist überdeutlich, die Laufzeit knackig wie die beiden Gespielinnen Harrys. Langeweile kam hier bei mir keine Sekunde auf. Gourmettrash, könnte man das etwas lapidar nennen. In Wahrheit aber deutlich mehr als das.
Fazit: A Real B(ig)-Picture! Diese Frau mit Übergröße hat es in sich und verpasst ihrem untreuen Arsch von Ehemann eine mehr als überfällige Lektion. Ein Drive-In-Klassiker!