Diverse Abenteuerstreifen tischen uns mit Vorliebe die Mythen des jeweiligen Schauplatzes auf. So wird uns hier der Aswang präsentiert, der laut philippinischen Aberglaubens ein vampirähnliches Wesen darstellt, welches sich von Neugeborenen oder Kleinkindern ernährt und jederzeit seine Gestalt verändern kann.
Brauchbare Grundlage, wenn denn diese Kreatur in der Kulisse des Dschungels etwas früher als nach einer geschlagenen Stunde ohne Inhalt auftauchen würde.
Obgleich man für einen Moment bereits während der Einleitung Bekanntschaft mit einem Aswang macht, der soeben die schwangere Frau eines Naturstammes überfällt.
Dabei bekommt man ihn zwar nur schemenhaft zu Gesicht, doch der Verzicht auf CGI macht zunächst Hoffnung.
Als kurz darauf Seb Beazly (Billy Zane) und seine Filmcrew auf der Insel Mayaman strandet, um eine weitere Folge „Surviving the Wilderness“ zu drehen, ahnt man noch nicht, dass ein Crewmitglied schwanger ist und damit gleich eine ganze Horde blutrünstiger Viecher anlockt…
Manche Geschichten benötigen eine ausgiebige Exposition, um der Vielschichtigkeit ihrer Charaktere angemessen beizukommen, - doch diese Klischeefiguren von zickiger Regisseurin, übersensibler Einheimischen, raffgierigen Japaner und heldenhaft-coolen Survival-Kämpfer, gespickt mit Problemen verflossener Beziehungen, nehmen mehr als zwei Drittel der Laufzeit ein, ohne dass auch nur böse Vorzeichen zu vernehmen sind.
Irgendwann, als man schon fast innerlich abgeschaltet hat und im Dämmerzustand der Inhaltslosigkeit lediglich die Naturkulisse des Dschungels wahrnimmt, fällt doch tatsächlich ein abgehackter Arm von einem Baum, nachdem man nachts ungewöhnliche Geräusche in Form aufgeregter Tiere gehört hat, was an sich nichts besonderes ist.
Doch wer glaubt, es geht nach 50 Minuten endlich los, muss noch ein wenig mehr Geduld aufbringen.
Denn letztlich bleiben der Monster-Action gerade mal rund zwanzig Minuten.
Die Kreaturen sehen soweit okay aus in einer Mischung aus Affenmensch, Menschenaffe und affenähnlichem Menschen, so mit Matschaugen, dunklem, zotteligen Fell und wuchtigen Sprüngen quer durch die Bäume und lautem Gebrüll. Für Splatterszenen sorgen sie zwar kaum, doch aufgrund der zuvor ausbleibenden Schauwerte und kaum gegebener Bewegung eine deutliche Steigerung.
Zumal der Ausgang mit zwei netten Ideen aufwartet und damit dem sarkastisch gestimmten Betrachter ein wenig entgegenkommt.
Dennoch stimmt das im Gesamtbild kaum versöhnlich, trotz brauchbarer Darsteller, malerischer Kulisse mit nettem Strand und gefälligem, orchestral arrangierten Score ist dieser Beitrag nichts weiter als ein völlig austauschbarer Abenteuerfilm mit leichten Horror-Anleihen.
Dutzendware, die deutlich zu spät zündet und final nicht mehr als zwei, drei nette Einfälle bietet, - das ist weder etwas für Monsterfilmfreunde, noch für Abenteuerfreaks, denen nach kunterbunten, abwechslungsreichen Treiben ist, denn es bietet von allem deutlich zu wenig.
3,5 von 10