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Komödien-Meister Leslie Nielsen ist natürlich prädestiniert, als weißhaariger Heer den Santa Claus zu mimen, doch hätte man ihn folgerichtig ein wenig tollpatschiger erwartet als im vorliegenden Weihnachtsfilm. Regisseur William Dear geht auf Nummer sicher und erzählt seine Geschichte ohne Ecken und Kanten und mit einer Ladung Kitsch, die wirklich nur in entsprechender Festlaune zu ertragen ist.

Santa (Nielsen) erleidet einen Schlittenunfall und landet auf der Motorhaube des Reporters Peter, der einige Probleme mit seiner Freundin Claire und ihrem Sohn Zack hat. Peter selbst glaubt seit seiner Kindheit im Waisenhaus nicht mehr an schöne Weihnachten, doch der unter Amnesie leidende Santa hilft dem Reporter ein wenig auf die Sprünge...

Nielsen macht sich in der Tat recht gut als dickleibiger Santa mit Rauschebart, doch einen Frank Drebbin wie in "Nackte Kanone" sollte man nicht erwarten. Dafür ist die Figur zu oberflächlich und nicht auf Klamauk ausgerichtet, vielmehr ist der unter Gedächtnisverlust leidende Mann eher zurückhaltend, ausgeglichen und besonnen. Die übrigen Figurenzeichnungen fallen ebenfalls nicht sonderlich innovativ aus, da Peters Kindheitstrauma nur geringfügig zum Geschehen beiträgt und die Problembeziehung zwischen ihm und Claire nur am Rande thematisiert wird.

Allerdings bemüht sich auch niemand aufrichtig, dem weißhaarigen Herren beim Erinnern behilflich zu sein, nur Zack glaubt von Vornherein an den wahren Santa. So endet der Rotgekleidete auf dem Thron im Kaufhaus und darf Kinder in seine Mitte bitten, während die vier Elfen beinahe wie die Karikatur einer Mafiagang auftreten und damit sogar ein wenig frischen Wind in die altbacken anmutende Stube bringen.

Ein wenig Glitzer und Bling Bling nebst einigen Weihnachtsliedern fördert zwar eine festliche Grundstimmung zutage, doch der Geist der Weihnacht wird spätestens durch die computeranimierten Rentiere zerstört und auch die Kaufhausatmosphäre trägt nur bedingt zur vorweihnachtlichen Atmosphäre bei. Ruhige Momente sind natürlich auszumachen und Botschaften wie Zusammenhalt der Familie und Abkehr vom Konsumwahn dürften auch die jüngeren Zuschauer erreichen, doch der Funke will bis zuletzt nicht so recht überspringen.

Der angedeutete Humor ist harmlos bis bieder, die darstellerischen Leistungen wirken durch die Bank unmotiviert und auch die Ausstattung ist allenfalls zweckdienlich ausgefallen.
Spannend wird es erst zum Showdown ein wenig und gen Finale begleitet jede Menge Kitsch das Treiben, um alles glatt zu bügeln, was zuvor im Argen lag.
Zum Vorglühen an Heiligabend okay, in der Kategorie Weihnachtsfilm jedoch höchst unauffällig und durchschnittlich.
5 von 10

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