Ich hab gerade 10 Minuten frei, also ver(sch)wende ich die mal schnell an Richard E.Cunhas „Missile tot he Moon“ aka „Bestie des Grauens“ von 1958, einem wunderbar kostengünstigen Remake des ebenso wunderbar kostengünstigen „Cat Women of the Moon“ von 1953.
Cunha war kein besonders begabter Billigfilmer, aber ich habe immerhin schon mit schlimmeren Schmerzen 74 Minuten vor dem Bildschirm durchgestanden.
And there goes the Plot: Wissenschaftler Dick Green will mit seiner selbstgeklöppelten Mondrakete flugs auf den Erdtrabanten, ehe Kennedy so eine Idee kommt. Weil ihm die Besatzung fehlt, kapert er zwei Ausbrecher des lokalen Gefängnisses und engagiert sie als Crew für den Jungfernflug. Die Herren sind erst dagegen, dann plötzlich dafür, also fliegen sie mit.
Weiter mit an Bord sind Assistent Steve und seine Verlobte June, weil denen die Sache nicht geheuer war.
Zurecht, denn Dick ist eigentlich ein Mondmann und will dringend heimkehren (wie er hergelangt ist, wird nie geklärt). Leider fällt ihm beim Landeanflug ein Kastenakku auf den Brägen und er nimmt schon früh seinen Abschied.
Nach fröhlicher Umschauerei in einem sonnenbeschienenen Canyon in den Hügeln Hollywoods und Begegnungen mit sehr behäbigen Steinmonstern (aus sichtlichem Pappmaché), gerät man in eine Studiohöhle, in der sich aus nicht näher definierten Gründen a) Sauerstoff befindet, b) eine Damen-Zivilisation mit telepathischen Kräften umherscharwenzelt und c) eine Riesenspinne zum Angriff lauert.
Die Damen stehen unter dem Kommando der leicht angejahrten und blinden Lido, doch im Hintergrund lauert schon die fiese Alpha, die Kalifin anstelle der Kalifin werden will. Derweil eiert Steve durch die Rolle Greens (was ihm die Damen auch nicht abnehmen, trotz mangelnder Sehkraft) , der eine Knastologe verliebt sich und der Andere geht auf Diamantenjagd.
Eigentlich ist das aber auch alles Wurst, denn eigentlich geht es Cunha um Schauwerte. Und weil das Budget so etwas nicht zulässt, müssen es eben die Mädels retten. Also hat Cunha diverse Gewinnerinnen und Finalistinnen von Schönheitswettbewerben wegengagiert und die paradieren hier dann eben durch die Studiomenagerie. Und immer schön lächeln!
Das war 1958 noch ein beachtliches Asset, denn weder die Steinmonster (sind immerhin halbwegs kreativ, aber seeeehr langsam) noch die sparsam eingesetzte Riesenspinne (wird tapfer langsam durch den Raum geschoben) dürften Achtjährige noch überzeugen. Das gilt auch für die putzige Höhlengrotte, die sehr karge Raumschiffausstattung und natürlich die mangelnde Pracht des Thronsaals. Ansonsten dreht der Film recht bemüht am Charme-Rad, bekommt aber angesichts megaholpriger Dialoge immer gleich das Husten.
Über Physik und Naturgesetze sprechen wir in diesem Zusammenhang besser nicht, aber der Papp-Raketenstart ist ein echter Burner, den muss man gesehen haben. Ansonsten ein Billigheimer, der seine knappe Kasse einfach ignoriert und wo dann munter drauflos gedreht wurde und heute können sich immerhin die Minderjährigen (also unter 10 Jahre) daran erfreuen. Nur falls mir vorgeworfen wird, ich würde nicht oft genug an die Kinder denken. 3/10