Während des Wettrüstens zu Zeiten des Kalten Krieges führte latente Paranoia zu einigen Stilblüten am Rande Hollywoods. Davon zeugt unter anderem der Sci-Fi-Kracher von Regisseur Richard E. Cunha.
Obgleich die Regierung es ihm untersagt, will Wissenschaftler Dirk mit seiner Rakete zum Mond fliegen. Als Helfer hat er zwei entflohene Sträflinge an Bord, sein Assistent und deren Verlobte geraten eher zufällig dazu. Doch nicht nur Steinwesen machen den Ankömmlingen auf dem Mond zu schaffen, da dieser von Amazonen regiert wird, von denen einige eine zerstörerische Gedankenkraft entwickeln können…
Da hat mal eben ein einzelner Typ eine Rakete gebastelt, die mithilfe einiger Hebel und Leuchtfelder zum Mond fliegen kann, - Respekt. Aufgrund der überschaubaren Figurenkonstellation ist die Zuordnung rasch klar, wobei es unter den beiden Sträflingen immer den Guten und den Bösen gibt. Letztgenannter zeichnet sich durch Übergriffigkeit aus (seinerzeit konnte man eine Dame festhalten und küssen und musste keine Konsequenzen fürchten) und zunehmende Raffgier hinsichtlich einiger Diamanten.
Die hiesigen Amazonen bestanden tatsächlich aus diversen Schönheitswettbewerben aus jener Zeit (unter anderem Miss Heuballen aus Texas), die man in unvorteilhafte Badeanzüge steckte und mit etwas Tüll ummantelte. Immerhin darf eine von ihnen Bauch tanzen, während andere nur eingefroren knapp an der Kamera vorbei lächeln. Während Gravitation auf dem Mond rein gar kein Thema ist, fürchten die Erdenmenschen die furchtbaren Steinwesen. Jene sind Hutzelmänner mit Zipfelmützen in viel zu breiten Papp-Pyjamas, welche auffallend unbeholfen voranschreiten. Feuerwaffen können nichts ausrichten, Sauerstoff fürchten sie.
Natürlich will das Volk der Orlanda unbedingt auswandern, da die Lebensumstände kritisch werden, weshalb man die Hilfe der Erdlinge erzwingen will. Durch Machtgerangel steht man sich allerdings selbst im Weg, - eine mittelgroße Spinne soll es stellvertretend richten. Diese markiert ein weiteres Highlight, da sie lediglich aus vage montierten Pfeifenputzern und Augen aus Stoffkreisen unter einer Haube besteht, - bewegt sich der Kopf, gehen die Stoffkreise automatisch in dieselbe Richtung. Also auch nicht so die Bestie des Grauens.
Da die herrlich trashige Chose mit gar nicht so toll agierenden Mimen und eher zurückhaltend eingesetzten Score nur rund 74 Minuten andauert, gibt es weder spürbaren Leerlauf, noch ein dramatisch aufbereitetes Finale, da derartige Geschichten fast immer in einem übereilten Ausgang münden. Die billige Machart (Wattebäuschen als Meteoriten) mutet jedoch phasenweise charmant an und mit einem verbrannten Opfer (2,8 Sekunden unter der Mittagssonne) und einem Erschlagenen (Die Batterie aus Styropor war wohl zu schwer) gibt es sogar zwei unerwartete Todesopfer. Der Rest ist Mumpitz, den man auf angenehme Weise nicht ernst nehmen muss.
6,5 von 10