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Als Officer Wong Tin Tang [ Leung Ka Yan ] während einer bleihaltigen Gangdiskussion einen der Täter erschiessen kann, zieht er damit die Aufmerksamkeit von Dragon Ho [ Ben Lam ] auf sich. Dieser ist eh schon nicht gut auf Cops zu sprechen, hat sich doch gerade Chief Inspector Lui Te Kin [ Danny Lee ] wegen einer Waffenladung mit ihm angelegt. Als beide Polizsten Anfangs eher unfreiwillig zusammenarbeiten müssen, geraten sie und ihre Familien auf die Abschussliste.

Standard – Actioner aus der Magnum Presentation Schmiede, der eigentlich genau wie all die anderen dort produzierten Danny Lee Werke ausschaut und auch nur das bekannte Programm abspult. Wer sich hierbei also über mangelnde Innovationen oder eine uninspirierte Regie beklagt, sucht eigentlich schon am falschen Platz. Womit der Film dann etwas punkten kann, ist eine relativ unglamouröse Erzählweise, die in zumeist straffer Art seine Kapitel abhandelt und nicht allzu viel Brimborium drumherum auftischt. Das kann natürlich nicht alles sein, so etwas wie zumindest annähernd sympathische Protagonisten sucht man hierbei nämlich vergebens, wobei ausgerechnet das schlichtweg desaströse Eheleben beider Cops für den dramatischen Aufhänger herhalten muss.
Lui ist der Polizeiarbeit näher als seiner Ehefrau Suk Han [ Teresa Mo ], so kommt nicht mal ansatzweise ein normales Gespräch zwischen beiden zustande und sie muss in einer furchtbar peinlichen Szene in sein Briefing stürzen und vor versammelter Mannschaft ihre Schwangerschaft bekannt geben, um sich in der nächsten, noch peinlicheren Szene dafür bei ihm zu entschuldigen. Sowieso ist Suk Han nicht viel mehr als eine Handpuppe, die sich nicht mal alleine zum Frauenarzt traut und so verhuscht wirklich nur von Teresa Mo gespielt werden kann.
Wong hat dagegen ganz anderen Ärger mit seiner deutlich jüngeren Angetrauten, deren auffallendes Verhalten offensichtlich auf Fremdgehen hindeutet und von ihm mit starker Eifersucht quittiert wird.

Nun kann man nicht wirklich behaupten, dass derartige Sperenzchen sehr prickelnd und spannend sind, zumal das Gekeifer auch nichts für den Fortgang der Geschichte bringt und eine Personenzeichnung auch nicht wirklich ermöglicht; nur dummerweise sind die Abschnitte noch fast das Lebendigste hier.
Zumindest in einer Sequenz verlässt der Film mal seine Routine, zwar nur für kurze Zeit, aber immerhin: Als die Cops einen vietnamesischen Gangster [ Yuen Wah ] der Bande aus seinem apokalyptisch herunterkommend gezeichneten Flüchtlingslager abholen wollen, ist dieses innerhalb von Sekunden in einen Aufstand umgeschlagen, wo sich zwei Leute plötzlich einer Übermacht von aufgepeitschten Vietnamesen gegenüber stehen und nur mit grösster Not da lebend rauskommen.

Der Rest der knappen Laufzeit wird mit Action aufgefüllt, nicht zu selten, aber trotz der Mitwirkung von Stephen Tung Wai jetzt auch nicht so herausragend, um den Film ein grosses Stück weiterzubringen. Zumeist wird sich auf Feuerkraft beschränkt, nicht umsonst zweigt Cop Lui für seinen privaten Waffenschrank ab und die grösseren Szenerien an Anfang und Ende des Filmes gestellt; die Inszenierung bedient sich zumeist langweiliger Schuss – Gegenschuss Takes. Einige Brutalität [ Kettensäge, Kopfschuss ] sowie relativ gelungene Explosionen sorgen für etwas schmückendes Beiwerk.

Übrig bleiben tut ein Werk, dass aufgrund seiner Beliebigkeit sicherlich auch Anfang der 90er keinen Hund hinter den Ofen hervorgelockt hat, aber trotz allem irgendwie ganz geniessbar bleibt. Mal auf Nick Cheung achten, der als Rookie Cop seine ersten Gehversuche macht.

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