Review

Ich denke jeder Regisseur darf sich in seiner Karriere mal eine Panne erlauben. Alex Proyas wusste besonders mit düsteren Werken wie "The Crow" und "I-Robot" zu überzeugen. Diesen Stil versucht er auch bei "Knowing" einzubringen, was diese 50 Millionen Dollar Pleite vor dem totalen Untergang rettet. Weltuntergangsszenarien gibt es schon zu Hauf, gibt es schon zuviel. Man könnte manchmal fast meinen, dass alleine ein interessanter Aufhänger ausreicht, in diesem Fall der Zettel mit den Zahlen, um einen Film auf Biegen und Brechen zu inszenieren. Über das Ende entscheidet man dann spontan. Und falls einem gar nichts einfällt, baut man einfach Ausserirdische mit ins Geschehen ein.
1959: Um die Eröffnung einer Grundschule zu feiern, malen alle Schüler ein Bild, wie die Zukunft aussehen könnte. Diese Bilder werden in eine Zeitkapsel gepackt und vergraben. Fünfzig Jahre später wird die Zeitkapsel geöffnet und jeder Schüler erhält ein Bild. Nur Caleb (Chandler Canterbury) hält einen Zettel voll mit Zahlen in den Händen. Sein Vater John (Nicolas Cage) ist Astrophysiker und erkennt in den Zahlen ein Schema. Alle Katastrophen der letzten fünfzig Jahre sind dort verzeichnet. Drei stehen noch aus und die letzte bedeutet den Untergang der gesamten Menschheit.

Die Idee ist aufs Erste wirklich interessant, hinzu weiss Proyas das Geschehen düster in Szene zu setzen. Doch schon bei den Charakteren verzettelt man sich in Klischees. John hat seine Frau verloren, hängt an der Flasche, ist mit seinem Vater verstritten und der Umgang mit Caleb fällt ihm oft schwer. Zu sehr reizt man die Vater-Sohn Beziehung aus, immerhin verzichtet man auf eine störende Lovestory, aber nicht auf Kitsch. Es dauert trotzdem ein Weilchen, bis John hinter das Geheimnis der Zahlen gekommen ist. So lange ist "Knowing" nicht immer unterhaltsam, hat auch im späteren Verlauf einige Durchhänger parat. John versucht natürlich recht schnell die Katastrophen zu verhindern, doch es gelingt ihm nicht. So wird er Zeuge eines Flugzeugabsturzes, der übrigens wirklich angsteinflößend und zudem gut gemacht ist und in der New Yorker U-Bahn kommt er fast zu Tode. Das sind die zwei Punkte, wo "Knowing" Spannung bietet, ansonsten sieht es mau aus. Bald tauchen noch die sogenannten Flüstermenschen auf, die es anscheinend auf Caleb abgesehen haben. John hat derweil Kontakt zu Diana Wayland (Rose Byrne)  geknüpft, ihre Mutter Lucinda malte damals den Zettel mit den Zahlen. Zusammen versuchen sie der letzten Katastrophe zu entgehen. Dies mündet in einem oberpeinlichen Finale, wo man nochmal richtig auf die Tränendrüse drückt.
Nicolas Cage scheint seine besten Tage auch hinter sich zu haben. Mit maximal drei Gesichtsausdrücken mogelt er sich durch, wird von Rose Byrne und der restlichen Riege locker an die Wand gespielt.

Da laufen zwei kleine Kinder, ein Mann und ein Weiblein durch ein computeranimiertes Kornfeld. Ein deutliches Stöhnen war im Kino zu hören, nicht nur ich fand es peinlich. Fehlt nur noch die Schlange und der Apfelbaum.

Man könnte es eher als den Untergang der Filmwelt bezeichnen. Proyas setzt auf eine düstere Kulisse, schreckt auch vor einigen Brutalitäten nicht zurück, dennoch hat "Knowing" nur selten Spannung zu bieten. Ein blasser Nicolas Cage versucht vergeblich die Welt zu retten. Mit seinen zwei Stunden Lauflänge hat der Film viele Durchhänger, der Score von Marco Beltrami überzeugt. Das Ende schießt allerdings den Vogel ab. Die Effekte können sich meist sehen lassen und für das verhältnismäßig geringe Budget, bekommt man eine ordentliche Materialschlacht geboten. Insgesamt hat "Knowing" zu wenig auf der Habenseite zu verbuchen.

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