Mit Jake Wests kruder Splatterkomödie "Evil Aliens" konnte ich eher wenig anfangen, doch sein neuster Streich "Doghouse" kommt schon wesentlich professioneller daher. Es sagt auch schon alles, dass ein Comic-Autor die Story zu diesem blutigen Geschlechterkampf lieferte. Auf jeden Fall für die Männerwelt ein absolutes Fest, eine Mischung aus Splatter, Satire und schwarzer Komödie, fast unterhaltsamer als die Brit-Parodie "Shaun of the Dead".
Vince (Stephen Graham) hat eine schwere Scheidung hinter sich, daher haben seine Kumpel Neil (Danny Dyer), Mikey (Noel Clarke), Graham (Emil Marwa), Matt (Lee Ingleby), Patrick (Keith-Lee Castle) und Banksy (Neil Maskell) einen Wochenendtrip ins kleine Dorf Moodley geplant, wo der totale Frauenüberschuss herrscht. Doch dort angekommen finden sie eine Geisterstadt vor, die nur noch von fleischfressenden Zombies bewohnt wird. Das Militär hat ein Virus freigesetzt, welches alle Frauen in mordgierige Monster verwandelt hat. Die Truppe um Vince kann einem ersten Angriff entkommen und sich zusammen mit Sergeant Gavin Wright (Terry Stone) verstecken. Doch wie aus dem Höllenloch entkommen, denn in den umliegenden Wäldern teiben sich massenhaft Zombies herum und auch Busfahrerin Candy (Christina Cola) ist schon mutiert.
Das Ganze ist Quatsch mit Soße, was man allein an der fast nicht vorhandenen Story erkennt. Es ist nur die Rede von einem Virus, welcher der Männerwelt keinen Schaden zufügt, aber die Frauen in Zombies verwandelt. Den hat das Militär verbrochen als Geheimwaffe für die Kriegsführung. Nun musste Moodley als Testobjekt herhalten, doch das Militär verlor völlig die Kontrolle. Erinnert an "The Return of the Living Dead", doch selbst dort klang es ein wenig plausibler. Das weibliche Geschlecht wird an dieser derben Horrorkomödie wohl kaum ihre Freude haben, denn die bekommen es hier dicke ab. Die ganze Truppe um Vince steht im Clinch mit ihren Frauen, mit Ausnahme von Graham der ist nämlich schwul, doch sein Freund zickt auch ordentlich herum, als er von diesem Männertrip erfährt. West vermeidet hier einen dicken Fopa, denn er kommt zügig zur Sache. Unsere Hauptcharaktere erhalten je eine Blitzeinführung die schon mit reichlich Humor gespickt ist und schließlich macht man sich auf den Weg nach Moodley, besonders den armen Banksy trifft es dicke. Dort angekommen tauchen auch gleich die mutierten Frauen auf, man muss sich mit allem seiner Haut erwehren, was man zur Verfügung hat. So werden die Zombies mit Golfbällen ausser Gefecht gesetzt, oder man baut eine Wasserpistole in einen Flammenwerfer um, leider mit fataler Nebenwirkung.
So gibt es in der ersten halben Stunde schon reichlich Zombieaction und schräge Ideen. Die Maske der untoten Furien ist dabei herrlich überzogen und sie dürfen auf die altmodische Weise langsam durch die Gegend torkeln. Ein paar deftige Splattereinlagen lässt "Doghouse" keinesfalls vermissen, aber nach einer gewissen Zeit wird das kunterbunte Treiben zu eintönig. Man merkt eindeutig wie West die Ideen ausgehen und so werden die Konfrontationen immer trockener. Auch die Spannung geht auf Kosten des Humors komplett flöten und da West keine Asse mehr im Ärmel hat, werden Vince und seine Truppe drastisch dezimiert. Zu Beginn entkam man noch jeder brenzligen Situation, doch nun setzt die sogenannte zweite Verwandlungstufe bei den mordenden Damen ein, damit werden sie noch klüger und sehen noch schrecklicher aus. Das hohe Tempo kann West bis zum Schluss durchhalten, wobei das offene Ende vielleicht schon auf eine Fortsetzung schließen lässt. Die Darsteller haben ihre Rollen jedenfalls im Griff, besonders der erfahrene Danny Dyer (Severance - Ein blutiger Betriebsausflug, Outlaw), welcher die restliche Riege im Griff hat.
Keine Frage, "Doghouse" macht wirklich Laune und taugt super als Partyfilm, doch irgendwann geht West ein wenig die Puste aus. Der prollige Humor funktioniert größtenteils, die Darsteller hatten sichtlich Spass, doch spannende Momente muss man wirklich mit der Lupe suchen und die Story darf höchstens als Aufhänger bezeichnet werden. Trotzdem ein brachialer Spass mit Schwächen für die Männerwelt.