Review

Sorry, folks. Ein Mißgriff. Ein Versuch, die Unschuld des Rock'n Roll wiederzufinden. Gescheitert. Ein Film der Schlagworte. Nur leere Versprechen, uneingelöst. Ein chaotisches Gewirr unbedeutender Personen, die nichts zu sagen haben. Wir sehen weder, was die DJ's bewegt, noch was sie eigentlich tun. Schön, ab und zu legt einer eine Scheibe auf. Warum diese? Wieso jene?
Woher kommt die Musik überhaupt? Steht da eine Idee dahinter? Wir erfahren nichts, sehen nichts, hören nichts. Der Film schneidet eigentlich unsere Sinne ab vom Gehalt, läßt uns nur noch das Geräusch der Musik.
Woher wissen die DJ's um die Musik? Wissen Sie überhaupt? Isoliert hocken die Burschen auf einem baufälligen Kahn, schlagen die Zeit tot, brabbeln unzusammenhängend unlustiges Zeug und legen gute (Oh Wunder!) Musik auf. Daß die Musik gut ist, dafür können sie nichts. Sie kennen weder die Musikanten, noch ihr Publikum. Sie bewegen sich nicht, nichts passiert. Gelegentlicher Damenbesuch hinterläßt sie unberührt.
Da war ich direkt froh, daß am Schluß (aus unerklärlichen Gründen) das Boot sank. Endlich! Endlich näherte sich der Film dem Ende, endlich passierte doch etwas. Natürlich reagierten die DJ's, wie stets, mit Lethargie.
Bis dahin zog sich die Geschichte wie altes Kaugummi: Umso langweiliger, je hektischer die Schnittfolgen wurden, je kürzer die Imitationen von Dialogen, je häufiger die Oldie-Hits versuchten, das Fehlen einer Handlung zu verdecken.
Die Dialoge waren nur Imitationen, die Personen nur Schablonen, der Film eine Sammlung von Abziehbildern einer „Heiteren Musik-Komödie“ - da war ich direkt froh, wenn die Gegner der „coolen“ DJ's auftraten: sie gingen, redeten verständlich und in ganzen Sätzen, und waren in ihrer steifen Borniertheit, ihrem sinnlosen Haß, ihrer unterdrückten Sexualität komischer als die krampfhaft auf Komik und Karnickel getrimmten DJ's. Deren grelle, hochgestylte Farben den Augen wehtaten, so wie ihr Geschwätz den Ohren.
Echte Film-DJ's wie Wolfman Jack (AMERICAN GRAFFITI) oder Hard Harry (mit dem Harten) (PUMP UP THE VOLUME) oder sogar Thomas Gottschalk (im Radio, nicht auf Film!) hatten dem Publikum etwas zu sagen. Ein DJ zu sein bedeutete für sie Arbeit und Verantwortung.
Oder erst die heroische Aufgabe, die Dewey Finn in SCHOOL OF ROCK übernahm: Rock 'n Roll zur Bildung einer besseren Gesellschaft! Doch RADIO ROCK REVOLUTION schien daran nicht interessiert, nahm die eigene Vorgabe nicht ernst. Nur scheinbar ging es um Heroisierung und Verklärung der Piraten-DJ's. Stattdessen wurden sie Hedonisten. Und ebenso wenig kümmert auch den Film das leidende Publikum.

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