Review

Inhalt:

Hongkong 1978. In der damaligen britischen Kronkolonie tobt ein Machtkampf zwischen den rivalisierenden Drogen-Banden!
Der europäische Mafiosi Paul Benson (Paul L. Smith) steht seinem chinesischen Ex-Partner Hsing Chi (Lung Fei) gegenüber..., beide Männer hassen und bekämpfen sich.

Ein Mann, der sich (in der dt. Synchronfassung) "Bruce Lee" (Bruce Li) nennt, taucht mit seiner Partnerin (Angela Mao) auf, um durch ein doppeltes Spiel, die beiden Banden gegeneinander auszuspielen.
Er gibt gegenüber Benson vor, den Tod seines Vaters zu rächen, da Benson diesen auf dem Gewissen habe..., dieser ist sich seiner Schuld aber nicht bewusst, die Geschichte scheint erfunden.
Dies bekommt Hsing Chi mit, und will Bruce darin unterstützen, um Benson vernichten zu können.

Doch Bruce täuscht auch Hsing Chi, denn gegenüber Benson gibt Bruce vor, für einen anderen Gangster-Boss zu arbeiten, der Hsing Chi vernichtet sehen will. Daher will Bruce Hsing Chi täuschen, und vorgeblich gegen Benson vorgehen.

Für Benson arbeitet dessen "rechte Hand", Chen (Chang Yi), und der spielt unterdessen sein eigenes Spiel.
Er überredet Benson, einen Drogen-Deal mit Hsing Chi zum Schein einzufädeln. Dann soll die Polizei auf Hsing gehetzt werden...!
Der Deal soll in einer der Fabrik-Hallen von Hsing abgeschlossen werden. Keiner traut dem anderen..., und auch der von Chen gegenüber Benson empfohlene neue Leibwächter Wong (Hsieh Hsing) neigt zum Verrat...!

In der Fabrikhalle kommt es schließlich zum endgültigen Show-Down, in welchem auch "Bruce Lee" und seine Partnerin, die sich als Polizeibeamte entpuppen, entscheidend eingreifen wollen......


Fazit:

Tja, da freut man sich auf einen "Bruceploitation"-Eastern mit einer starken Besetzung... Bruce Li, Chang Yi, Lung Fei und keiner geringeren als Angela Mao..., und der Streifen ist nur ein billiger Actioner mit einer hanebüchenen Storyline, einem unbeweglichen, dicken Bud Spencer-Verschnitt (Paul L. Smith) und immerhin ein paar brauchbaren Fights.

Im Jahre 1978, 5 Jahre nach dem Tod des großen Bruce Lee, war auch das Ende der "Bruceploitation"-Welle absehbar, die mit der Nennung seines Namens und Darstellern, die ihm halbwegs ähnlich sahen, Kasse machen sollte.
Der Regisseur Jimmy Shaw Feng nahm sich mit Bruce-"Clone" Bruce Li in der Hauptrolle nochmals dieser Sache an, mit dem Namen "Bruce Lee" Geld für das Label "Hongkong Alpha Motion Picture Co." zu machen, dies kostengünstig, wenngleich große Namen verpflichtet werden konnten.

Heraus kam ein halbwegs annehmbarer, phasenweise sogar leidlich spannender KungFu-Actioner zum schnellen Konsum und noch schnellerem Vergessen.
Jimmy Shaw Feng (dürfte nun wirklich nichts mit den Shaw Brothers zu tun haben) hatte wohl auch keine andere Intention, als mit wenig Ambition berieselnd den geneigten Eastern-Vielseher zu unterhalten. Ist noch ganz nett gelungen, und die Fans des Genres sehen in dem Film wohl auch kaum mehr als einen "Eastern für zwischendurch".

Die einfache Geschichte geht Shaw Feng denn auch noch umständlich an. Lange bleibt unklar, was für ein Spiel die Hauptperson und dessen Partnerin eigentlich spielen. Das sorgt für Verwirrung, und damit parallel für eine gewisse Ermüdung beim Betrachter.
Erst so langsam gelingt es hier Spannung aufzubauen..., als der Betrachter denn bemerkt, dass hier sogar relativ raffiniert 2 Gangster-Bosse gegeneinander ausgespielt werden sollen, und ein seriös wirkender "2. Mann" einer Bande zum Verrat neigt.

Und die Hauptperson steht dazwischen..., und will "lachender 3." in dieser Angelegenheit sein. Shaw Feng gelingt es denn nur mal gerade so, trotz aller Umständlichkeit, dann im Laufe des Films Spannung zu erzeugen.
So wie der Betrachter, haben denn die Protagonisten irgendwann die Faxen dicke..., und die Gewalt entlädt sich... und dies schließlich in einem längeren Show-Down..., immerhin.

Die Storyline ist in einem Eastern ja oftmals nur von marginaler Bedeutung..., aber Shaw Feng hätte gut daran getan, die Geschichte zackiger zu gestalten, weniger umständlich und klarer.
Cast und Action sollen denn die Sache noch raushauen, was auch nicht hundertprozentig gelingt..., aber diesen Eastern immerhin noch halbwegs auf ein gewisses "Niveau" bringen.

Bruce Li..., ein Experte in Sachen "Bruceploitation", agiert wieder als "Bruce Lee-Verschnitt". Imitiert den King of KungFu aber nicht sonderlich, will eigene Akzente setzen..., und fightet voller Agilität und guter Technik.
An seiner Seite Angela Mao, einer der weiblichen Top-Stars des Genres. Sie wird mir aber viel zu spärlich eingesetzt..., hat einen starken Fight gleich zu Beginn des Streifens..., und darf auch im Finale wieder ran, und bietet die besten Kämpfe hier, klasse Angela (ist nicht politisch zu verstehen)! 
Doch zwischendurch macht sie sich viel zu rar..., fast scheint es so, als ob sie gar vergessen gerät. Nein, mehr Angela hätte besser getan (erst recht nicht politisch zu verstehen...!!!).

Chang Yi spielt hier sein eigenes Spiel, und seine Figur würzt denn sogar den so dünnen wie umständlichen Plot! Er rettet so einiges hier, und fightet im Finale beherzt mit. 
Lung Fei spielt auch recht ordentlich..., gilt zunächst als Verbündeter von Bruce Li..., dann wieder nicht..., und hat von all den Täuschungsmanövern alsbald genug.

Das trifft aber vor allem auf Paul L. Smith zu, der Stärke aber auch Schwäche im Cast zugleich ist.
Der Dicke erinnert doch stark an Bud Spencer..., und den Italiener (von dem die meisten Deutschen glauben,  er sei U.S.-Amerikaner und seine Filme Hollywood-Produktionen... "Bud Spencer ist doch kein Italiener, schpinnßu?"), den finde ich ja ganz knuffig. Und wie Smith mitunter mit Sonnenbrille und verschränkten Armen grollend dasitzt..., wie Bud Spencer. Und er "kämpft" auch in einigen Fight-Sequenzen wie BS, Faust direkt auf den Oberkopf usw..
Für die Anhänger der Spencer´schen Nontechnik-Prügel-Klamotten ist das ja ganz lustig. Für Eastern-Fans denn eher weniger.
Im Endfight atmete ich direkt auf, als die Umschnitte von Smith weg auf Angela Mao kamen..., denn da war Kampf-Technik..., die vom überfressenen Paul L. Smith nicht zu erwarten war. Und diese Kraftmeierei mit während des Kampfes gegen Bruce Li hochgehobenen Holzbalken und -Rädern, in Superslowmotion..., ach Gottchen, lassen wir das. Darüber musste man während des Finales hinwegsehen.

Zu entdecken sind zudem Sit Hon, Blacky Ko und Cheng Fu-Hung, als eher vom Betrachter belächelter Bodyguard "Tom" des Gangster-Bosses Smith. Schöner Bodyguard..., zuviel Frühlingsrollen gemampft, so dümmlich wie unbeweglich.

Ich komme abschließend zur KungFu-Action, die noch was raushaut, lässt man mal Paul L. Smith und einen wenig überzeugenden Kampf auf Mopeds weg.
Die Fights sind rasant in Szene gesetzt, und bis auf wenige Fliegereien solide-technisch choreographiert. Die Intensität der Fights schaukelt sich hoch..., Shaw Feng will an die Massenprügelei am Ende ran..., und möglichst kernige KungFu-Action bieten. Das ist zumindest noch halbwegs gelungen..., und ein Eastern-Enthusiast kann mit all dem denn noch einigermaßen leben.

Man darf nicht zu viel erwarten..., gleichwohl der Cast einige Erwartungen schürt. 
Es ist ein Bruceploitation-Eastern für zwischendurch..., mit einer doch so einfachen wie leider dafür umständlich umgesetzten Story, einem interessanten Cast für Eastern-Fans und einigen ganz brauchbaren Fights.

5,5/10.

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