Review

Beckenschauer

"Libero" ist keine Doku, keine Huldigung, kein Fussballfilm und keine Komödie, zumindest keine freiwillige. Ehrlich gesagt tue ich mir sogar schwer, zu diesem üblen Machwerk überhaupt "Film" zu sagen. Obwohl mit weit unter 90 Minuten noch gnädig kurz, kommt einem der müde Kick vor wie alle drei Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der diesjährigen WM hintereinander, was ja schon was heißen will. In dem undefinierbaren, gestellten Rasenmix geht es um Franz Beckenbauer und ein paar Tage in seinem Leben - zwischen Heldenverehrung, Selbstzweifel und... schlechten Frisuren?

Als Kuriosität und einem der Tiefpunkte der deutschen Filmkunst ist "Libero" vielleicht noch eine qualvolle Sichtung wert, hier und da sieht man Andeutungen der spielerischen Eleganz der Bayernlegende plus ein paar überraschend kritische wenn auch sehr oberflächliche Töne zum Thema Fanhysterie, Spielerpsyche und der Ausbeutung dieser. Doch im Grunde ist "Libero" ein Fliegenfänger, für den der Kaiser eher den Titel Suppenkasper verdient hätte. Ein schmerzender Zeitvertreib, für den sich alle Beteiligten schämen sollten und den unser Franz nicht verdient hat. Selbst die Fussballszenen können nichts, von der sinnlosen Handlung und den dilettantischen Dialogen ganz zu schweigen. Einen Mitleidspunkt gibt es von einem Kölner für den gezeigten Sieg des FC. Ansonsten ist das schon nicht mehr Flasche leer sondern eher Flasche kaputt.

Fazit: ein filmisches Fehlpassfestival, eine lächerliche Schwalbe, eine kreative Bankrotterklärung, ein 1:7 - "Libero" verkommt selbst für hartgesottene Fans des Kaisers und des FC Bayern zu einer peinlichen, konfusen und langweiligen Farce, die auf allen Ebenen versagt. Einer der schlechtesten Sportfilme, die je gedreht wurden!

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