Review

Der kultige Radio-Moderator Grant ist mal wieder auf Sendung. Zusammen mit zwei Assistentinnen versucht er seinen Hörern beste Unterhaltung zu bieten. Doch an diesem Tag ist nichts so, wie an jedem anderen. Es kommen Meldungen rein, die nichts Gutes ahnen lassen. Menschen scheinen sich draußen zu verändern. Sie werden offensichtlich verrückt. Blutrünstig. Grant weiß, dass er im Studio bleiben muss um die Welt zu warnen. Doch hört ihm überhaupt noch jemand zu?

Keiner hätts gedacht, es gibt doch tatsächlich noch innovative Gedankengänge im Zombiegenre. Die Besonderheit bei Pontypool ist das wir es hier zwar mit einer Zombieinvasion zu tun haben, diese aber eigentlich nur eine untergeordnete Rolle spielt. Hier werden keine schlürfende Horden Untoter oder knochenabnagende Infizierte ins Zentrum gerückt, sondern der Film beschränkt sich beinahe auf eine einzige Location, nämlich den kleinen Radiosender in diesem verschneiten titelgebenden Kaff in der kanadischen Pampa.
Ebenfalls anders ist die Art und die Verbreitung des bösen Virus. Dieser wird nicht, wie sonst üblich, durch Flüssigkeitsaustausch in irgendeiner Form wie beißen, sondern durch Worte übertragen. Ehrlich gesagt hab ich die Begründung die der Film dafür liefert nicht so wirklich verstanden, aber ich glaub das ging dem Drehbuchautor an der Stelle auch nicht anders, denn alles was über die Entstehung, Ausbreitung und am Ende sogar Heilung erzählt wird, ist schlicht und ergreifend Tinnef und bar jedes realistischem Bezugs.
So ist von den neu geschaffenen Verbalzombies auch so gut wie nichts zu sehen, erst gegen Ende verirrt sich mal so ein dutzend der Sprachjunkies ins Radiostudio und wird aber recht schnell auch wieder rausgelockt. An markanten Härten gibts eigentlch auch nur eine einzige Szene, nachdem sich die Tontechnikerin ebenfalls angesteckt hat und ihren Schädel anschließend ständig mit Schmackes an die bruchsichere Scheibe der Moderatorenkabine dengelt. Liebhaber von Innereien sollten jedenfalls lieber auf Filme zugreifen die mit "...of the dead" enden.
Dennoch gelingt es Pontypool einen soliden Spannungsbogen aufzubauen. Nach anfags eher schwammigen Informationen, verdichten sich zunehmends die Nachrichten einer unkontrollierbaren Horde in der Stadt, bis nach und nach die Situation klarer wird bis das ganze zur Katastrophe eskaliert. Ständig fließen Informationen vom Wetterman Ken aus seinem Helikopter ein (der allerdings in Wahrheit in seinem alten Auto auf einem Hügel steht, köstliche Idee) und auch die BBC hat mittlerweile Wind von der Sache bekommen und berichtet weltweit.
Allerdings läßt der Film nach der herrlich erfrischenden Anfangsphase doch etwas nach und bringt die Geschichte leider nur zu einem etwas unbefriedigenden (Cliffhanger)-Ende, da helfen auch weitere interesannte Ideen, wie kommunizieren auf französisch (anscheinend wurde nur die englische Sprache infiziert) und der lautlosen Gespräche via Zettelschreiben, um die Zombies nicht durch Sprache anzulocken. Am Ende hört man dann nur noch Schüsse im Hintergrund und es wird impliziert das das Militär die Situation per "drop da bomb" löste, aber richtig klar wirds nicht.
Wichtig bei solch einem Halbkammerstück ist natürlich das die Schauspieler gescheit funktionieren und das tun sie wirklich gut, Stephen McHattie gibt eine richtig coole Moderatorensau ab und auch die beiden überlebenden Damen schlagen sich wacker.
Von meiner Seite aus gibts jedenfalls ein Daumen hoch für ein andersartiges Konzept, das zwar nicht perfekt, aber solide umgesetzt wurde. Wenn hier wirklich ein Sequel geplant ist, bin ich dabei.
7/10

Details
Ähnliche Filme