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Das richtige Wort zur richtigen Zeit. Eigentlich gehört das zum Repertoire eines Radiomoderators. Grant Mazzy erwischt dieses vielleicht nicht immer, insgesamt ist er aber ein professioneller Mikrophonist und geht seinen Job beim örtlichen Radiosender CLSY gewohnt süffisant an. Wobei ihm nicht nur eine Begegnung mit einer merkwürdigen Dame auf der Fahrt zu seiner Arbeitsstelle durch den Kopf geht, auch mehren sich in dem kleinen kanadischen Ort merkwürdige Vorkommnisse, denn draußen scheinen immer mehr Leute durchzudrehen.

Die Macht der Worte, ihre Wirkung und das Verstehen der übermittelten Inhalte. Bruce McDonalds „Pontypool“, der auf dem von Tony Burgess geschriebenen Roman „Pontypool changes everything“ basiert, beschäftigt sich auf durchaus einnehmende Weise mit den Auswirkungen der eingesetzten Sprache und da eignet sich ein Radiostudio als Schauplatz ausgesprochen gut. Das Kammerspiel, das sich langsam aber stetig zuspitzt, transportiert seine Geschichte dabei über Kommunikation anwesender und zugeschalteter Personen, sodass sich vieles im Kopf des Zuschauers erst zu einem Bild formt.

Und das ist spannender, als man annehmen möchte. Mit gelungenem Schnitt und einer ebensolchen akustischen Untermalung, das Geschehen sich auf den Gesichtern der Studiobesatzung spiegelnd. Dabei scheint sich eine Lesart im Hinblick auf Kommunikationsformen und die Wirkung bei den Empfängern geradezu aufzudrängen. Das verleiht dem Film eine weitere Deutungsebene, der Horror geschieht in der realen Welt schon längst, man bedient sich hier nur einen phantastischeren Bebilderung.

Darstellerisch macht der Film nichts falsch, Stephen McHattie überzeugt rundum und auch mit seiner Stimme. Lisa Houle und Georgina Reilly komplettieren das Kerntrio und tragen zu der real wirkenden Stimmung bei. Autor Burgess hat einen Gastauftritt in einer Singtruppe, die komischen Passagen sind allerdings zunächst sehr rar gesät. Leider streut er u. a. mit Auftauchen eines weiteren Charakters für meinen Geschmack etwas zu viel davon ein und untergräbt so seine dichte Atmosphäre.

„Pontypool“ ist ein feiner kleiner Genrebeitrag mit begrenztem Raum, aber viel Weite. Die Macht des Wortes mal anders weiterentwickelt, spielt der Film mit realen Mechanismen. Aber auch für sich bleibt er spannend und mit einem guten Ensemble, wenn er seinen Ton auch leider nicht komplett durchzieht. Trotzdem eine interessante Variante des Zombiefilms.

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