Dämonen gibt es wie Sand am Meer und wenn einem rein gar keine neue Idee mehr einfällt, werden bekannte Erscheinungen einfach mal zu einer Gestalt vermischt. Im Vorliegenden erinnert das an eine Mixtur aus "Jeepers Creepers" und "Darkman", nur dass die eigentliche Story älter wirkt, als beide Streifen zusammen.
Warren County, Tennessee: Autor Denny möchte in dieser einsamen Provinz für sein neues Buch recherchieren, doch schon bald gerät er mit dem lokalen Sheriff Lloyd aneinander, da seit Dennys Ankunft Tiere und Menschen auf unerklärliche Weise verschwinden und lediglich eine Menge Blut an den jeweiligen Tatorten gefunden wird. Denny forscht auf eigene Faust nach und kommt einem alten Fluch auf die Spur...
Co-Produzent Louis Mandylor, der die Rolle des Sheriffs bekleidet, hat es sich nicht nehmen lassen seinen Bruder Costas ins Boot zu holen, damit dieser auch im Film seinen Bruder verkörpern kann. Die Geschichte gewinnt dadurch jedoch nichts, denn im Mittelpunkt stehen die Recherchen des Autors, welcher als Figur reichlich uninteressant erscheint, was von seinem Love Interest, der Bibliothekarin Sara jedoch noch unterboten wird.
So stehen denn auch viele Nachforschungen in alten Büchern im Vordergrund, während die Kreatur zunächst nur schemenhaft und in Form schwarzen Nebels erscheint und sich zu Beginn allenfalls andeutungsweise über eine Kuhherde hermacht. Im Verlauf sorgt der Unhold zwar für einige Blutlachen, doch bis auf einen angeritzten Hals gibt es keinerlei zugerichtete Leichen, da sich diese offenbar in Luft auflösen, während der Hintergrund der übersinnlichen Erscheinung später via Flashback erklärt wird.
Die Gestaltung des Monsters in einer Mischung aus CGI und Maskeneffekt geht soweit in Ordnung, doch kreativ sieht das Ungetüm nicht gerade aus mit seinen langen Krallenhänden und dem Mund, der dem Ende eines Bandwurms ähnelt. Die dazugehörige Grabesstimme klingt im Übrigen zu künstlich und mechanisch, was atmosphärische Ansätze, etwa als sich die hünenhafte Silhouette im Nebel zwischen Bäumen aufbaut, schnell wieder zunichte macht.
Darüber hinaus muss man sich mit einigen Klischees herumschlagen, wie dem aufgebrachten Mob, der auch vom Sheriff nicht zurückgehalten werden kann oder der obligatorischen Bettszene, die zu einem völlig unpassenden Zeitpunkt einsetzt. Peinlich wird es allerdings fürs Make-up, als ein junger Mann als bettlägeriger, dunkelhäutiger Greis ausgegeben wird, dessen makellose Zähne wahrscheinlich frisch vom Bleaching stammen, während die pergamentartige Haut offenbar direkt vom Maulwurfshügel aufgetragen wurde.
Okay, eine Handvoll atmosphärischer Momente ist auszumachen, inszenatorisch liegt Regisseur Joel Bender nicht völlig daneben und auch etwa die Hälfte der Mimen kann einigermaßen überzeugen, doch die ideenlose Story strandet bereits auf halber Strecke, was das unausgegorene Ende in Sachen Ideenlosigkeiten nur untermauert.
"The Cursed" ist ein Streifen, der mal wieder einige Jahre nach Fertigstellung zu uns herüber schwappt, was ja meistens nicht ohne Grund geschieht.
Die Geschichte ist beinahe altbacken aufgezogen, ferner nimmt sie sich zu jeder Sekunde todernst und das Ungetüm schockt nicht wirklich, da die wenigen Konfrontationen ohne Spannung ablaufen und die Angelegenheit über weite Teile ohne Höhepunkte vor sich hin plätschert.
Für Komplettisten in Sachen Monsterfilm eventuell okay, doch wer spannende Unterhaltung und vor allem Abwechslung im Subgenre sucht, dürfte hier kaum fündig werden.
Knapp
4 von 10