Review

Amerika im Jahre 1922: David Aaronson ( Robert DeNiro ), von allen Noodles genannt, ist bereits im jugendlichen Alter kriminell. Zusammen mit seinen Freunden Cockeye, Dominic und Patsy überfällt er Betrunkene und erledigt kleinere Aufträge. Noodles Herz hängt an der kleinen Deborah welche er sehr häufig durch ein Loch in einer WC Wand beim Tanzen beobachtet. Anfangs scheint es so das er bei ihr nicht landen könnte. Doch eines Tages, genau genommen am Passahtag, kommen sich die beiden näher. Doch deren "Date" wird durch Maximilian Bercovicz, ein Freund Noodles, unterbrochen da er mit ihm dringende Geschäfte besprechen möchte. Allerdings werden die beiden dabei überrascht und aufs übelste verprügelt.

Währenddessen hat Patsy herausgefunden das Peggy, eine Nachbarstocher, ihren Körper an den korrupten Polizisten des Ortes verkauft. Er rennt zu Noodles um diesem davon zu berichten. Beide nutzen zusammen mit Max die Gunst der Stunde und fotografieren den Polizisten beim Sex mit Peggy und benutzen das Foto als Druckmittel um in Zukunft keine Probleme mehr mit der Polizei zu bekommen.

Durch eine simple, aber geniale Erfindung der Jungs steigt deren "Einkünfte" immer weiter an und das Quartett entschliesst sich einen Pakt zu schliessen. Sie bewahren sämtliche Einkünfte in einem Schliessfach am Bahnhof auf und den Schlüssel bekommt "Fat Moe" Gelly, ein Freund von Noodles.

Eines Tages treffen Noodles und seine Gang auf eine rivalisierende Bande, angeführt von Bugsy. Im Eifer des Gefechts wird Dominic von Bugsy erschossen. Blind vor Wut sticht Noodles zuerst mehrfach auf Bugsy und anschliessend auf einen Polizisten ein. Es kommt zu einer Verhaftung und er wird für mehrere Jahre eingesperrt.

11 Jahre später im Jahre 1933 wird Noodles wieder entlassen und von seinem Freund Max am Gefängnisausgang abgeholt. Doch in Laufe der Jahre hat sich vieles verändert. Aus den Kindern von damals sind junge erwachsene Männer geworden. Mittlerweile betreiben die Freunde ein gut besuchtes Tanzlokal das von Peggy in den hinteren Zimmern heimlich als Edelbordell benutzt wird. Aus den kleinen Aufträgen sind jetzt große geworden wie Diamantenraub oder auch Hilfe beim Arbeitskampf für Gewerkschaftsfunktionäre. Die wichtigste Einnahmequelle aber besteht aus dem Alkoholschmuggel da zu diesem Zeitpunkt eine Prohibition herrscht die Alkoholhandel und Konsum verbietet. Genau diese wird allerdings später aufgehoben und die Jungs bangen um ihr Geld. Ein Alternativplan muss her und Max beschliesst eine Bank zu überfallen. Allerdings nicht irgendeine Bank, sondern die schwer bewaffnete Federal Reserve Bank.

Noodles ist recht schnell klar das dies einem Selbstmord gleich kommt und er informiert die Polizei ohne Max` Wissen von dem Vorhaben. Alle seine Freunde werden erschossen, er selbst wird von Auftragskillern gejagt, kann aber im letzten Augenblick flüchten und sich jahrelang verstecken bis er einen Brief erhält das sein Versteck aufgespürt wurde und er sich auf den Weg nach New York, seiner alten Heimatstätte machen soll. Um heraus zu finden von wem der Brief stammt tritt er die Reise an und beginnt einen Weg zurück an alte Wirkungsstätten.....

Dieser Film ist der letzte Teil der "once upon a time..." Trilogie nach Spiel mir das Lied vom Tod und Todesmelodie und auch gleichzeitig das letzte Werk des bekannten Regisseurs Sergio Leone. Ich muss gestehen das es für mich nicht einfach war den Film anzuschauen und dazu ein Review zu schreiben. denn knapp 220 Filmminuten ist doch eine Menge Holz. Ich hab einiges weg gelassen weil ich zum einen nicht zuviel verraten möchte für diejenigen die den Film noch nicht kennen und zum anderen wollte ich auch nicht zuviel Text schreiben.

Ist "Es war einmal in Amerika" denn jetzt solch ein Meisterwerk wie "Spiel mir das Lied vom Tod" oder auch "Zwei glorreiche Halunken"?
Für mich: Nein!

Der Film ist gut, wirklich gut. Aber für ein Meisterwerk fehlt mir einfach irgendwo das gewisse i-Tüpfelchen, das besondere eben was solche Filme ausmacht. Gerade zu Beginn muss man schon sehr aufpassen der Story folgen zu koennen da die Zeitsprünge zwischen 3 Zeitepochen doch stellenweise sehr schnell voran gehen.

Meine Recherchen im Netz ergaben das die 220 Minuten auf DVD die längste erhältliche Fassung sein soll. Ursprünglich hatte Leone über 8 Stunden Material, was die Produzenten aber ablehnten da sie Angst vor einem finanziellen Debakel hatten. Leone kürzte und kürzte bis er schliesslich die 220 Minuten zusammen hatte.

Die Schauspieler sind wirklich gut gewählt und es kommen reichlich bekannte Namen vor. Allen voran Robert deNiro der seine Sache wirklich gut macht. Neben ihm der herausragende James Woods der mir fast noch ein bisschen besser gefallen hat.Ansonsten wären noch William Forsythe, Burt Young ( der Paulie aus den Rockyfilmen ) und Joe Pesci ( Lethal weapon und Kevin allein zu Haus 1 +2 ). Die Filmmusik von Ennio Morricone ist, wie eigentlich fast immer, wunderbar gelungen und sehr stimmig. Ich halte Morricone sowieso für einen der besten in seinem Fach.

Bild:

Die DVD zeigt ein an sich recht gutes Bild. Leider treten in vielen Momenten deutlich sichtbare kleine Fehler auf in Form von "Klecksen" oder "Rissen". In Anbetracht des Alters kann man aber getrost drüber hinweg schauen. Als wirklich störend habe ich es nicht empfunden. Die Bildschärfe geht voll in Ordnung. Die Farben sind meist eher blass gehalten was aber vermutlich eher Stilmittel war um das Amerika schmutziger wirken zu lassen.

Ton:

Der Ton ist hier fast Nebensache da der Film eher ruhig runter spult. Ein Rauschen oder ähnliches konnte ich nicht feststellen. Mit der Dolby Digital 5.1 Tonspur konnte ich sehr gut leben. Bassfetischisten werden hier definitiv nicht auf ihre Kosten kommen.

Mein persönliches Fazit:

Wer vor allem lange Filme mag die sehr ausführlich eine Geschichte erzählen und dazu noch das Amerika des Zeitraums 1920 bis knapp 1970 mag, macht mit dem Film nicht wirklich etwas verkehrt. Die Schauspieler liefern allesamt eine sehr solide Leistung ab, der Soundtrack ist genial. Trotz allem ist für mich der letzte große Wurf von Sergio Leone ausgeblieben. Halt ein guter Film, aber kein Meisterwerk. Gesehen haben sollte man den Streifen aber auf jeden Fall mal.

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