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Nach 35 Jahren kehrt Noodles nach Brooklyn zurück, dem Ort, an dem seine Unterweltkarriere mit seinen Freunden Max, Cockeye und Patsy begann. Bereits als Jugendliche machten die vier die Straßen unsicher und erarbeiteten sich mit gewieften Einfällen und kleineren Gaunereien ein passables Sümmchen Geld und hohen Respekt. Eine seltsame Einladung führt ihn zurück in die Stadt, die er vor vielen Jahren überstürzt verlassen musste, kurz nachdem seine Freunde starben. Hier hofft er auch seine einstige Liebe wiederzufinden und die Vergangenheit zu bewältigen zu können.

Eins ist mal sicher, für Leute mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom dürfte der Film eine ziemliche Qual darstellen, denn mit einer Laufzeit von knapp vier Stunden Länge verlangt Sergio Leone zum Abschluß seiner Amerika Trilogie vom Zuschauer einiges an Sitzfleisch ab. Das Durchhalten lohnt sich aber auf alle Fälle. Man merkt quasi an jeder Faser, das Leone richtig viel Herzblut in sein Werk investiert hat, das sich ja über mehrere Jahrzehnte hinzieht, von den Anfängen der Prohibition bis weit in die 60er Jahre. Hier stimmt von den Sets und Kostümen einfach alles und für den tollen Score sorgte Ennio Morricone in Höchstform, wirklich Respekt für so eine Leistung.
Zu Anfang gibt sich der Film aber noch ziemlich sperrig. Zum Einstieg wird eine Frau blutig niedergeschossen, anschließend einem Kerl die Fresse zu klump geschlagen und ein paar Gangster suchen irgendjemand. Die nicht-chronologische Erzählweise macht den Einstieg etwas schwer, besonders wenn minutenlang ein einsames Telefon durch mehrere Szenen hindurch schrill klingelt stellt sich beim Zuschauer doch ein wenig Verwirrung ein.
Ansonsten macht Leone aber beinahe alles richtig. Die Starbesetzung ist motiviert bei der Sache, speziell die zentrale Freundschaft von Noodles und Max bzw. De Niro und James Woods wird einfach brillant dargestellt. Das der Film mittlerweile ein Klassiker ist merkt man immer dann am besten, wenn viele Szenen von anderen Filmen gern kopiert oder zumindest parodiert werden. Ein wenig kürzer hätte die Laufzeit gerne sein dürfen, aber das taube Gefühl im Hintern lohnt sich jedenfalls.
9/10

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