Review

Sergio Leones „Es war einmal in Amerika“ erfordert von dem Zuschauer eine Menge Sitzfleisch. Dafür wird man aber mit einer Geschichte entschädigt, die man einfach nur als meisterhaft beschreiben kann.


New York zur Zeiten der Prohibition. Eine Gruppe von Jugendlichen, oder besser gesagt Kindern, verdienen sich durch erledigen kleiner Aufträge ihr Geld. Zu der Gruppe gehören Noodles, Max, Cockeye und Patsy. Mal wird nur ein Mann ausgeraubt, dann steckt man einen Zeitungskiosk in Brand, oder fotografiert den örtlichen Polizisten beim Sex mit einer Minderjährigen. So macht die Gruppe ihr Geld.
Es hätte so weitergehen können, doch dann tötet Noodles jemanden und landet für zig Jahre ins Gefängnis.
Als Noodles viele Jahre später entlassen wird, wartet draußen Max auf ihn. Seine drei Freunde unterhalten mittlerweile einen großen Club, und machen auch sonst mit nicht ganz legalen Mitteln Geld. Noodles steigt mit ein doch irgendwann wird die Freundschaft auf eine große Probe gestellt....


Die Inhaltsangabe von „Es war einmal...“ kann ich nur ganz grob wiedergeben, da der Film einfach zu komplex ist. Ferner wird der Film nicht chronologisch erzählt, sondern springt zwischen den verschiedenen Zeiten umher. Wir sehen Robert de Niro als Mann im besten Alter, dann als Kind, und dann wieder als ein schon etwas älter Herr.
Sofort muss man sagen, dass die Schauspieler hier das A und O sind, jede noch so kleine Rolle ist perfekt besetzt. Man hat hier einen Robert de Niro, James Woods, als kleine aber feine Nebendarsteller Leute wie Joe Pesci und Burt Young und sogar die junge Jennifer Connelly ist zu sehen.
Zu einer perfekten Schauspieltruppe gehört natürlich auch exzellente Musik. Und wieder war Ennio Morricone für die Musik zuständig und wieder ist die Musik perfekt. Wie schon in „Spiel mir das Lied vom Tod“ bekommen auch hier die Hauptdarsteller ihre eigene Erkennungsmusik.

Über große Teile wirkt der Film recht bedrückend. Eine positive Stimmung mag nie wirklich aufkommen, egal in welcher zeitlichen Epoche man sich befindet. Hier und da kann man immer mal wieder Schmunzeln, aber meistens ist das Geschehen auf dem Bildschirm alles andere als positiv. Auch vor Gewalt schreckt Leone nicht zurück. Ob blutige Einschüsse, Vergewaltigungen, Leone zeigt uns alles. Und das ist gerade, was den Film so stark macht. Die ganze Atmosphäre, die Bauten, sie wirken so, als ob man sich wirklich in New York zu Zeiten der Prohibition befinden würde.
Trotz einiger Gewaltausbrüche bleibt „Es war einmal...“ ein über weite Strecken sehr ruhiger Film, der langsam aber sicher auf ein bombastisches Finale zusteuert. Ferner muss gesagt werden, dass man für diesen Film viel Geduld mitbringen muss. Der Film läuft fast 4 Stunden, wer so was nicht mag, ist hier falsch, da das Erzähltempo auch nicht gerade das schnellste ist. Doch wer sich einmal drauf eingelassen hat, wird es nicht bereuen.


Fazit: Ein Meisterwerk, andere Worte findet man nicht über Sergio Leones letzten Films. Perfekte Schauspieler, perfekte Musik, ein perfektes Set. Ein Film, der uns praktisch am Leben von vier Menschen teilnehmen lässt, insbesondere an dem Leben von Noodles.
Ich kann nur sagen: Man nehme sich einen ruhigen Tag, wo man nichts vor hat, mache es sich bequem und schaut diesen Film. Man taucht für knapp 4 Stunden in eine andere Zeit ein und wird meisterlich unterhalten. Ansehen!

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