Nach dem Tod ihres vierjährigen Sohnes versuchen Bryn und Paul Shaw ein neues Leben zu beginnen. Sie ziehen in das alte charmante Beacon Apartmenthaus. Dort nimmt der gequälte Geist eines kleinen Jungen mit Bryn Kontakt auf. Mit Hilfe eines exzentrischen Professors und einem alten Cop versucht sie, die grausamen Umstände seines Todes aufzudecken. Bryn hofft den Geist des Jungen zu erlösen, damit er ihrem Sohn eine Botschaft überbringt. Zu spät erkennt sie, dass in den Hallen des Beacon eine zweite, äußerst bösartige Erscheinung spukt, die um jeden Preis verhindern will, dass der Junge entkommt.
Und wieder einmal bekommt es der Zuschauer mit einem Geisterfilm zu tun, der einen mit recht zwiespältigen Eindrücken zurücklässt, denn einerseits ist die hier erzählte Geschichte gar nicht einmal uninteressant, allein die Umsetzung lässt offensichtliche Defizite erkennen, die das Gesamtbild doch erheblich trüben. Dabei kann man die Grundidee der hier stattfindenden Ereignisse als wirklich gut bezeichnen, was allerdings nicht über die Tatsache hinwegtäuscht, das nur bedingt Spannung aufkommt, da das Szenario doch äusserst vorhersehbar erscheint, was im Endeffekt auch nie das wirkliche Grusel-Feeling aufkommen lässt, das für einen Film dieser Art aber nun einmal das Wichtigste überhaupt ist. Ausserdem dauert es einfach viel zu lange, bis die Geschichte einmal etwas Fahrt aufnimmt und sich der eigentlichen Thematik des Spuk-Hauses annimmt, denn in der ersten Filmhälfte wird man vielmehr mit den zwischenmenschlichen Problemen konfrontiert, die zwischen den beiden Eheleuten bestehen.
Die etwas zu langatmig geratene Erzählweise der Geschichte kann so vor allem in der ersten Hälfte schon etwas ermüden und stellenweise fällt es etwas schwer, die Konzentration aufrechtzuerhalten. Dennoch ist es durchaus lohnenswert am Ball zu bleiben, denn die zweite Hälfte des Films kann dann doch wenigstens etwas für den zähen Anfang entschädigen, da die Story jetzt doch erheblich an Fahrt aufnimmt und den Betrachter aus seinem eingenommenen Dämmerzustand herausreisst. Und auch wenn die Ereignisse vorhersehbar und nicht sonderlich innovativ sind, so kann "Das Haus der Verfluchten" nun doch einige Pluspunkte verbuchen, die das Gesamtbild des Films etwas aufwerten. Allerdings bleibt das offensichtliche Manko der fehlenden Spannung dennoch bestehen und auch in atmosphärischer Hinsicht kann man nicht zufrieden sein, denn zu keiner Zeit kann sich eine unheimliche ider gar bedrohliche Stimmung entfalten, die doch bei einem Gruselfilm fast zwingend notwendig erscheint, um ein ungeteilt gutes Seh-Vergnügen zu garantieren.
Nun mag dies vielleicht auch darin begründet sein, das es sich um eine Low Budget Produktion handelt, doch kann dies allein keine Entschuldigung dafür sein, das es diesem Film an den elementarsten Dingen mangelt, denn auch mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln kann man ein hohes Maß an Spannung und Atmosphäre erzeugen, was hier aber anscheinend vollkommen vergessen wurde. So wirkt allein schon der Schauplatz des Wohnhauses in keinster Weise unheimlich oder bedrohlich, vielmehr entseht eher ein recht nüchterner und steriler Eindruck, was für die Grundstimmung absolut tödlich ist. Hinzu kommen die nicht gerade überzeugend agierenden Darsteller, die phasenweise sogar erschreckend blass und teilnahmslos agieren, als wenn sie gar nicht wüssten, worum es hier eigentlich geht. So hinterlässt das Schauspiel vielmehr einen äusserst künstlichen und aufgesetzten Eindruck, der manchmal an Darsteller einer Daily-Soap erinnert. Vor allem zum Ende hin, als sich die offensichtliche Lösung des Ganzen offenbart, hätte man sich etwas mehr Ausdruckskraft und Authenzität gewünscht, um einen glaubwürdigen Eindruck zu erwecken, doch diesen vermisst man leider vollkommen.
Letztendlich bietet "Das Haus der Verfluchten" einen allenfalls sehr durchschnittlichen Genre-Beitrag, der doch Vieles vermissen lässt, was einen wirklich guten Gruselfilm auszeichnet. Dabei ist hier sicherlich genügend Potential vorhanden, das man nur hätte ausschöpfen müssen. Es ist immer besonders ärgerlich, wenn ein Film über sehr gute und interessante Ansätze verfügt, über die er dann aber letztendlich nicht hinauskommt und hier haben wir ein Paradebeispiel dafür. Etwas bessere und glaubwürdigere Darsteller, eine schöne und bedrohliche Atmosphäre, eine düster gehaltene Optik und ein konstanter Spannungsbogen hätten die Geschichte in einem vollkommen anderen Licht erscheinen lassen und den gewonnenen Gesamteindruck des Filmes erheblich aufgewertet und ihn nicht in der grauen Masse des unteren Mittelmaßes versinken lassen.
Fazit:
"Das Haus der Verfluchten" präsentiert eine durchaus gute, wenn auch nicht besonders innovative Grundidee, deren Umsetzung allerdings ziemlich nach hinten losgegangen ist, da es dem Film an den grundlegendsten Zutaten für einen gelungenen Gruselfilm mangelt. Denn insbesondere das Grusel-Gefühl, das man erleben möchte, kommt im Prinzip überhaupt nicht zustande. So bekommt man vielmehr eine Produktion serviert, die auch von Pro 7 hätte sein können und irgendwie ziemlich uninspiriert vor sich hin plätschert. Mangelnde Spannung-und Atmosphäre sorgen nicht gerade dafür, das man sich auch nachhaltig an diesen Film erinnert, was eigentlich sehr schade ist, da hier viel mehr möglich gewesen wäre.
4/10