Inhalt:
New York, 3:29 Uhr nach Mitternacht:
Mike (Kip Pardue) feiert in dieser Nacht seinen Junggesellenabschied bevor er seine Freundin Brita (Vinessa Shaw) heiratet. Mit dabei sind seine Freunde Carl (Scott Adkins), Joe (Karl Geary) und Mikes Bruder Tony (Breckin Meyer).
Durch Tonys gereiztes Temperament wird die Gruppe aber aus dem Stripclub wo sie eigentlich feiern wollten herauskomplementiert. Man beschließt einen anderen Stripclub aufzusuchen und so nehmen Mike und seine Freunde die nächste U-Bahn. Dort treffen sie auch Michele (Sarah Barrand) und Claire (Rachel Olivia), zwei junge Frauen die ebenfalls in dem Stripclub waren, wieder. Carl hat keinerlei Problem sofort mit Claire zu flirten. Doch als Tony versucht mit Michele ebenfalls anzubändeln will die nichts davon wissen sondern weiter ihr Buch lesen. Das endet schließlich damit das Michelle ihr Pfefferspray zückt und Tony ordentlich einnebelt. Leider auch den Rest der Gruppe.
Um wieder frische Luft atmen zu können verlassen alle die U-Bahn...die dann auch ohne unsere Protagonisten weiterfährt.
Daraufhin gehen Michelle, Tony, Mike und Joe los um bei der nächsten Station Hilfe zu holen während Carl und Claire bei einer stillgelegten Haltestelle warten und noch etwas Sex haben wollen. Als Mike und die anderen kurz davor sind die nächste Station zu erreichen werden sie Zeuge wie zwei verwilderte Obdachlose einen Süßigkeitenautomaten aufbrechen um gleich darauf von einem Sicherheitsbeamten gestellt zu werden. Doch dann taucht ein dritter Obdachloser auf der den Beamten von hinten attackiert. Die Gruppe um Mike wird nun Zeuge wie die drei Obdachlosen den Mann brutal ermordet.
Dummerweise bemerken die Mörder die Augenzeugen und nehmen die Verfolgung auf. Und als wäre die Situation nicht schon so schlimm genug stellt sich nach und nach heraus das es ich bei den drei Obdachlosen um mörderische Psychopathen mit Hang zum Kannibalismus handelt...
Meinung: Gedreht wurde Stag Night für 1,5 Millionen Dollar in Bulgarien gedreht und mit einer Ausleihe kann man hier nicht viel verkehrt machen. Die Darsteller machen ihren Job sehr gut und die Kameraarbeit von Toby Moore liefert schön atmosphärisch, unheimliche Aufnahmen. Der Soundtrack von Benedikt Brydern ist ebenfalls ein dickes Plus und auch die Splattereffekte sind blutig inszeniert (dominieren aber nicht den Film).
Zur dt. Synchronisation: Erstklassig.
In Bezug auf die Antagonisten macht Stag Night nicht viel verkehrt:
Die drei Kannibalen kommen mit ihren diversen Hieb- und Stichwaffen und Gesamtaussehen bedrohlich rüber. Zudem sieht der Anführer der Gruppe aus wie ein psychopathischer Rob Zombie aus einer Paralleldimension
Sie kommunizieren nur durch diverse Grunzlaute und haben noch eine kleinen Jungen als Gesellschaft (der ihre Vorliebe für Menschenfleisch teilt und ihnen bei der Jagd hilft). Der Unterschlupf der Kannibalen beinhaltet dann auch noch diverse Jagdhunde die mit Menschenfleisch gefüttert werden.
Stag Night ist im Grunde ein lupenreiner Backwoodshorrorfilm nur das die Blutige Hatz hier nicht in irgendwelchen Wäldern sondern im Untergrund sattfindet.
Filme in denen allerlei finstere Gestalten U-Bahn Systeme unsicher machen gab es natürlich schon vorher, z. B. End of the Line (2007),
Creep (2004) oder Death Line (1972) (in Deutschland unter dem Titel Tunnel der lebenden Leichen unters Volk gebracht). Im Gegensatz zu diesen Filmen gibt es zu den Kannibalen in Stag Night keinerlei Hintergrundgeschichte:
Es sind einfach gemeingefährliche Psychopathen.
Allerdings fällt dies nicht wirklich ins Gewicht, da Stag Night von der ersten bis zur letzten Minute gute Horrorunterhaltung liefert. Besonders gut ist das es hier keinen Leerlauf gibt. Stag Night vermeidet den Fehler unnötige Szenen (die die Handlung nur strecken wie Kaugummi) zu verwenden.
Negativ fällt auf das in den Verfolgungsszenen die Kamera wild hin und her wackelt was es dann schwer macht den Überblick zu behalten. Zum Glück trifft dies aber nur auf die Fluchtszenen zu.
Zum Befriff Stag Night:
Dabei handelt es sich um den englischen / kanadischen Begriff für Junggesellenabschied.
Im Film kommt dem Begriff dann auch noch eine symbolische Bedutung zu:
So erklärt Michelle in einer Szene das in alten Zeiten der Bräutigam auf die Jagd ging um sich der Braut als würdig zu erweisen. Kam der Jäger mit dem erlegten Hirsch zurück hatte er gezeigt das er in der Lage war für die Familie zu sorgen. Kehrte er nicht zurück war das Gegenteil der Fall.
In der letzten Schlussequenz von Stag Night wird dann auf diese Szene Bezug genommen, aber man muss genau hinsehen.
Im Grunde geht es in Stag Night um das Thema sich als Mann, der bereit ist zu kämpfen, zu beweisen.
Meinung: Stag Night kann ich für einen Heimkinoabend nur wärmstens empfehlen. (7/10)