Der 8jährige Cole muss mit einer sonderbaren Fähigkeit fertig werden: er sieht die ruhelosen Geister verstorbener Menschen. Sie fügen ihm nicht nur psychischen Schaden zu, sie verletzen ihn auch äußerlich. Der intelligente Junge ist verstört und wird auf Grund seiner Visionen von seinen Mitschülern als "Psycho" gehänselt. Nur seine Mutter hält noch zu ihm. Der Kinderpsychologe Dr. Crowe nimmt sich seines Falls an, lässt ihn doch die Erinnerung an einen ähnlichen, missglückten Therapieversuch nicht ruhen. Er nimmt Kontakt mit Cole auf und versucht sich in dessen verschlossene Welt einzudenken, um ihm zu helfen. Doch der Fall scheint längst nicht so einfach zu sein, wie er vorerst erscheint und die Realität ist oft nicht dass, was sie vorgeben zu sein scheint.
Wenn man über Mystery Thiller spricht, fällt als Beispiel häufig dieser Film. Für den gebürtigen Inder M. Night Shyamalan jedenfalls, war die Geistermär der große Durchbruch und bis auf wenige Ausnahmen blieb er dem Genre auch treu. Der Film hat aber auch wirklich einiges zu bieten. Der Schlußtwist ist ja beinahe ebenso legendär, wie der Satz "Ich sehe tote Menschen". Dazu kommen noch gut aufgelegte Darsteller und sogar der Kinderschauspieler Haley Joel Osment gehört endlich mal in die Kategorie junger Menschen, den man nicht pausenlos eine knallen möchte, sondern der Junge hat wirklich Talent.
Die Story wird Shyamalan typisch eher ruhig vorgetragen. Auch in Sachen Horror gibt the sixth Sense nicht wirklich viel her. Der Film lebt vielmehr von seiner unheimlichen Grundstimmung und einem Bruce Willis, der auch die leisen Töne sehr gut trifft und deutlich mehr kann, als nur in verschwitzem Hemd Terroristen in Hochhäusern umzunieten.
Allein der Part, wie die beiden langsam aufeinander zugehen und der Junge langsam Vertrauen zum Arzt fasst hat schon gutes Potential für ein Drama. Insgesamt bietet der sechste Sinn gepflegtes Gänsehautkino, das sogar zum wideransehen animiert, auch wenn man die Auflösung schon kennt.
8/10