Review

Wenn man von Westernfilmen spricht, denkt man (fast) immer zuerst an diesen Film, Sergio Leones Klassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“.


Schon das Intro ist eine Klasse für sich. Neben dem wirklich sehr, sehr langen Vorspann beobachten wir drei Männer, die scheinbar auf einen Zug warten.
Bis der Zug wirklich ankommt, vergeht eine lange Zeit, und doch scheint das warten umsonst, da bis auf ein rausgeschmissenes Paket, niemand aus den Zug steigt.
Plötzlich jedoch erklingt die Mundharmonika, gespielt von einem Fremden (Charles Bronson). Nach einem kurzen Dialog erschießt Bronson alle drei.
Szenenwechsel: Der Farmer McBain erwartet mit seinen Kindern die Ankunft seiner Frau Jill (Claudia Cardinale), einer Ex-Prostituierten aus New Orleans. Doch dem ältesten Sohn von McBain gelingt es nicht mehr, seine neue Mutter abzuholen. Schüsse peitschen durch die Wüste und strecken die gesamte Familie nieder. Die Mörder ist die Band um Frank (Henry Fonda), der dafür sorgen soll, dass die Eisenbahn des Unternehmers Morton, welcher an einer tödlichen Krankheit leidet, noch schnell seinen geliebten Pazifik erreichen soll.
Und Frank hängt dem Mord an der Familie noch dem alten Banditen Cheyenne an. So haben sowohl Jill als auch Cheyenne (Jason Robards) einen Grund, Frank zur Strecke zu bringen. Doch was ist mit dem Fremden, aus welchem Grund ist er hinter Frank her...?


Was soll man zu diesem Meisterwerk von Sergio Leone noch sagen? Eigentlich kennt jeder diesen Film und fast jeder hält ihn, zurecht, für ein Meisterwerk.
Das beginnt schon mit den erstklassigen Darstellern, man kann sich einfach keine anderen mehr vorstellen.
Charles Bronson in einer Riege von Topschauspielern hatte hier wohl seinen besten Auftritt in seiner Karriere.
Henry Fonda als Bösewicht, ja, sogar als Kindermörder, einfach erstklassig.
Jason Robards, der Bandit, der aber dennoch ein gutes Herz hat und immer mal für den einen oder anderen Schmunzler sorgt.
Und natürlich Claudia Cardinale, eine der wohl schönsten Frauen der Filmgeschichte. Allein ihr Gesicht mag den männlichen Zuschauer zu fesseln.
Diese Liste könnte man noch beliebig weiterführen, auch alle Nebenrollen sind glorreich besetzt.

Nächster Knaller ist natürlich die Musik von Ennio Morricone. Jeder Hauptdarsteller hat seine eigene Musik, wobei insbesondere Fondas Musik wohl der bleibende Klassiker ist, den jeder schon mal gehört hat und jedem die Gänsehaut über den Rücken läuft.
Selten war Musik so wichtig in einem Film wie hier und selten war sie genialer.

Hinzu kommt die Kameraarbeit von Leone. Leone fängt wunderbare Cinemascope-Bilder ein, die bis heute im Westernbereich ihres gleichen suchen. Trotz der Überlänge wird Leones Western nie langweilig, auch wenn die Erzählstruktur langsam ist und erst am Ende sich wirklich alles aufklärt. Man bleibt gefangen von Leones Film und kann sich ihm nicht entziehen.

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