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Science Fiction der Fünfziger ist doch immer wieder ein Grund für Trash-Freunde, sich einen besinnlichen Abend zu machen, ohne dabei über wissenschaftliche Fundiertheit nachdenken zu müssen. Hinzu kommen noch typische Gepflogenheiten aus jener Zeit, wie Frauen möglichst schlicht gestrickt darzustellen, aber auch eine gewisse Unbefangenheit, beispielsweise durch einen Patienten, der sich im Behandlungszimmer seines Arztes in Ruhe eine Kippe anzündet und danach das Gespräch fortsetzt.

Die Brüder und Wissenschaftler Scott (Robert Lansing) und Tony (James Congdon) haben sich seit Jahren nicht gesehen und arbeiten neuerdings im selben Forschungsinstitut an der Überwindung der Vierten Dimension. Als Scott der Durchbruch gelingt, will er die Errungenschaft für sich behalten, da er nur per Gedankenkraft durch Wände zu gehen vermag. Das hat aber auch einen Nachteil, denn Scott altert rasch und muss die Lebensenergie von Unbeteiligten bis zu deren Tod aussaugen…

Leider setzt die Handlung zu lange auf eine ungünstige Gewichtung, denn fast die Hälfte der Erzählung wird mit einer Dreiecksgeschichte verbracht, welche die wesentlichen Figuren zwar mit einem ordentlichen Profil versieht, aber nicht auf den Kern der eigentlichen Geschichte kommt.
Scott begehrt Linda, die will aber spontan und beim ersten Treffen mit Tony anbandeln, während sich Scott wie ein begossener Pudel zurückzieht und unterdes die Effektivität seiner Gedankenkraft entdeckt und erstmal seine Hand durch einen Metallklotz steckt und ihn zunächst nicht mehr abschütteln kann, was natürlich reichlich dämlich aussieht.

Dabei erstaunt die leicht kontraproduktive Musik immer wieder, die eine merkwürdige Mischung aus Jazz und Big Band einbringt und dabei an die klassische Phase der Edgar Wallace Filme erinnert. Als positiv sind allerdings die Effekte hervorzuheben, denn einerseits kann das Make-up bei den Alterungsprozessen im Sekundentakt bis hin zur tödlichen Altersschwäche durchgehend überzeugen und andererseits ist das Überwinden molekularer Strukturen recht glaubhaft in Szene gesetzt, etwa als Scott einen Apfel durch die Auslage eines Schaufensters stibitzt oder einige Male durch eine verschlossene Tür geistert.

Spannung will bei alledem allerdings erst im letzten Drittel aufkommen, als ein ganzes Polizeiaufgebot hinter dem vermeintlichen Killer her ist, während Tony und Linda fieberhaft nach einer Möglichkeit suchen, dem mittlerweile skrupellos durch die Gegend ziehenden Wissenschaftler das Handwerk zu legen.
Das Ende kommt dann leider ein wenig abrupt daher und versucht andeutungsweise zu untermauern, dass wissenschaftliche Errungenschaften unter gewissen Umständen auch einen positiven Nebeneffekt aufweisen können.

Schade, dass der Streifen erst ab Hälfte der Laufzeit in die Gänge kommt und mit dem altbacken und reichlich unglaubwürdig ins Geschehen geworfenen Dreiecksspiel lange um den heißen Brei herumkreist. Dann jedoch kommt der Trashfreund ordentlich auf seine Kosten, denn die Effekte können sich, gemessen an den damaligen Möglichkeiten jederzeit sehen lassen und auch die Darsteller, allen voran Robert Lansing als der titelgebende 4D-Mann liefern passable Leistungen ab. Regisseur Irvin S. Yeaworth Jr. konnte mit diesem Streifen zwar nicht an den großen Erfolg von dem kurz vorher produzierten „Blob - Schrecken ohne Namen“ anknüpfen, er liefert jedoch einen technisch sauberen, zu keiner Zeit langweiligen Streifen ab, der eben ein wenig länger benötigt, um auf den Punkt zu kommen.
6,5 von 10

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