"Ohne Liebe haben Tausende gelebt, ohne Wasser kein Einziger."
Trinkwasser ist ein kostbares Gut, insbesonders sauberes Trinkwasser. In den westlichen Ländern ist den Wenigsten bewusst, dass Trinkwasser immer knapper wird und die Menschen in ärmeren, trockeneren Regionen täglich dafür kämpfen müssen. "Flow - Wasser ist Leben" zeigt ein paar dieser Regionen und deren Einwohner und stellt die Privatisierung von Wasser und die daraus profitierenden Firmen an den Pranger.
Die Dokumentation setzt sich auf vielfältige Art und Weise mit der natürlichen Ressource Wasser auseinander und zeigt deren zentrale Bedeutung für die weltweiten Lebensbedingungen. "Flow" berührt dabei eine Vielzahl kritischer Punkte, wie die mangelhafte Versorgung von Entwicklungsländern mit sauberem Trinkwasser, die kommerzielle Ausbeutung der Ressource Wasser auf Kosten ärmerer Bevölkerungsschichten, die weltweite Verschmutzung des Trinkwassers durch pharmazeutische Produkte oder Pestizide und die Zerstörung von Ökosystemen durch Eingriffe des Menschen.
Im Fokus liegen die Probleme von Menschen, die auf Kosten der Privatisierung von Wasser von sauberem Trinkwasser abgeschnitten werden. Indien, Bolivien und Südamerika gelten als Musterbeispiele und werden häufig zitiert. Erst am Schluss zeigt der Film Alternativen zur Wassergewinnung und Speicherung, abseits der Profitorientierung.
Überwiegend bleibt "Flow" sachlich, präsentiert gerade zu Beginn viele Texttafeln mit Statistiken und optisch saubere Bilder von mal reinen, mal verschmutzten Flüssen und Seen sowie Slums und Industrie. Mit steigender Laufzeit lädt sich aber auch der Film emotional immer mehr auf, beschuldigt einzelne Großkonzerne anhand ungesetzlichem Abpumpen von Flüssen, ohne differenziert an das Thema zu gehen. Gerade die Zusammenhänge zwischen Weltbank, Weltwasserrat und Wasserindustrie werden nur am Rande diskutiert.
Wer sich schon einmal mit dem Thema Trinkwasser und dessen Knappheit beschäftigt hat, findet nur am Rande neue Details und Erkenntnisse. So wie beispielsweise das Vorhandensein von Chemikalien und Schadstoffen im Leitungswasser von amerikanischen Haushalten, aufgrund fehlender chemischer Reinigung.
"Flow" behandelt seine angesprochenen Themen durch seine übersichtliche Laufzeit recht oberflächlich, ohne in die Tiefe zu gehen. Trotz steigender Emotionalität fehlt es der Dokumentation an Wucht und erzählerischen Höhen. Stattdessen kämpft der Film mit einer etwas konfusen Erzählalgorithmik. Die Wichtigkeit um das Thema Trinkwasser ist aber kaum zu übersehen, gerade wo die Selbstverständlichkeit einfach hingenommen wird, ohne nach der Herkunft und dem Aufwand zu fragen. Anstatt sich zu lange mit Entwicklungsländern und ärmeren Regionen aufzuhalten, hätte "Flow" eine direkte, alltägliche Aufklärung besser gestanden.
5 / 10