Wieder mal haben es ein paar weibliche Artisten aus der Musikbranche geschafft, sich in einem Film zu verewigen. Bei "Honest" handelt es sich um die gut aussehenden All Saints, die inzwischen als Girlband nicht mehr existieren. Nur drei der vier Mitglieder sind im Film zu sehen, die zwei Appleton-Schwestern, Nicole und Natalie, und Melanie Blatt.
Der Film spielt in den 60er Jahren in London, England. Die drei Schwestern Mandy, Gerry und Jo haben genug von ihrem simplen Leben, deshalb tüffteln sie einen Plan aus: Auf nach Richtung Westen, wo sie eine Bank ausrauben. Das geht allerdings schief, Jo wird dabei von der Polizei angeschossen...die drei können knapp entkommen. Nun heißt es fliehen - allerdings kommt erschwerend hinzu, dass sich Gerry in den Zeitungsschreiber Daniel verliebt.
Was soll man sagen? Es ist leider immer wieder die selbe Chose. Popstars in Filmen...das scheint einfach nicht gut zu gehen. Sei es Britney Spears ("Crossroads"), Mariah Carey ("Glitter"), die Spice Girls ("Spice Girls - The Movie") oder Jennifer Lopez ("Gigli"). Auch wenn "Honest" den Höhepunkt all dieser Werke darstellt, heißt es noch lange nicht, dass es sich hier um einen Qualitätsfilm handelt. Die Story ist leider so alt, dass der Bart bis zum Boden reicht, außerdem ist sie viel zu holprig zusammengeschrieben und weist dutzende Plotlöcher auf - sehr realistisch ist sie sowieso nicht. Außerdem scheint einfach nichts zu passieren, alles streckt sich tödlich langatmig dahin. Das Schicksal der drei Schwestern ist wohl genauso uninteressant wie das Edikett auf einer Cola-Flasche: jeder möchte daran rumspielen, aber keiner interessiert sich wirklich dafür. Einfach gesagt: es ist dem Zuschauer eigentlich egal, ob die drei es schaffen oder umkommen. Es ist einfach nicht gelungen, den Charakteren irgendwie ein Gesicht zu verpassen, von Tiefe wollen wir erst garnicht reden. Es handelt sich einfach um drei hübsche Schwestern, die ihr Leben damit vergeuden, Typen zu bumsen, Leute aufs Ohr zu hauen und mit Schimpfwörtern um sich zu werfen. Flüche wird man viele finden, leider erreichen die nie ansatzweise die Güteklasse von Filmen wie Reservoir Dogs. Deshalb wirkt die Sache eben nicht lustig, sondern äußerst lächerlich. Ansonsten sind ziemlich peinliche Szenen wie die Kiffersequenz zu erwähnen, die die Lächerlichkeit des Gesamtbildes unterstreichen.
Die Schauspieler selbst sind unterdurchschnittlich. Irgendwie nimmt man ihnen ihre Rollen nicht ab; dafür haben sie viel zu wenig drauf. Selbst Peter Facinelli weiß nicht zu überzeugen, obwohl dieser schon genug Erfahrung aus anderen Filmen mitgenommen hat. Dass die drei All Saints-Schwestern bei ihrem Debütwerk keine Meisterleistungen hinlegen, ist klar - man kann allerdings damit leben, denn so richtig grauenhaft sind sie nicht.
Fazit: "Honest" ist ein unterdurchschnittlicher Möchtegern-Gangsterfilm mit äußerst dünner, platter und unglaubwürdiger Handlung, der in keinem Punkt zu überzeugen weiß. Er will stylisch und künstlerisch rüberkommen - baut dabei auf die "Kiff-Fick-Leb dein Leben"-Zielgruppe, was das ganze Machwerk recht stümperhaft erscheinen läßt. Vielleicht interessant für 16jährige Partygirls, ansonsten eine Beleidigung für ernsthafte Filmfreunde. Und seien wir mal ehrlich, es gibt nur einen Grund, den Film anzusehen: die Appleton-Schwestern Natalie und Nicole sind endlich mal nackt zu begutachten.