Review

Fast vier Stunden nimmt sich Michael Cimino Zeit, ein Epos zu erzählen, welches die amerikanischen Gründerjahre nicht besonders rosig erscheinen läßt. Dabei erzählt er eine Geschichte, die man genauso auch mindestens 90 Minuten kürzer erzählen hätte können. Die Anfangssequenz mit der Uni-Feier ist ebenso überflüssig wie das langatmige Ende auf dem Boot, welches zwar ganz nett wirkt, aber tatsächlichen Nutzen hat der Schwachsinn keinen.

Auch die Tatsache, dass in der Haupthandlung in der Mitte die ganzen Immigranten nicht englisch miteinander sprechen, sondern jeder sein eigenes Babylonisch, gibt dem Film zwar ein großes Stück an Authentizität, aber mit Sicherheit kein sonderlich großes Publikum.

Wie kann sich ein Studio überhaupt anmaßen, dass solch ein Film ein kommerzieller Erfolg werden kann?
Der amerikanische Staat und die Regierung kriegen ihr Fett weg, weil sie den Mord an Immigranten zu Gunsten des Großgrundbesitzers billigen.
Der Film hat kein Happy End.
Zu großen Teilen besteht der Film aus Untertiteln.
Der Held/ Protagonist ist ein Lethargischer Knilch, der nur für 10 Minuten oder so großartig in Aktion tritt.
Es wird eine halbgare Dreiecksgeschichte erzählt, die ohne nennenswerte Höhepunkte mitten im Nirgendwo verendet.
Der Film dauert fast vier Stunden und kostet mehr als er jemals hätte gedurft....

Warum läßt sich also ein Filmstudio von so einem Film ruinieren? Denn genau das hat dieser Film mit United Artist angestellt....

Das liegt an The Deer Hunter - Die Durch die Hölle gehen.
Ebenfalls von Michael Cimino mit über 3 Stunden Laufzeit fast schon überflüssig in die Länge gezogen und total überbewertet, kam jener Film wohl genau zum rechten Zeitpunkt auf den Markt. Und ein Film, der eigentlich gar nicht hätte erfolgreich sein dürfen, sahnte auch noch etliche Filmpreise ab.
Natürlich war es da klar, dass Cimino für sein nächstes Projekt freie Hand bekommen würde, aber mußte er so einen Antiwestern dabei produzieren?

Bisweilen erinnert der Film von seiner Thematik her an leichen pflastern seinen Weg, doch wo Corbucci auf eine ausgefeilte Handlung verzichtete, setzt Cimino immer noch eins drauf und geht dem Zuschauer zusehends auf den Sack.

Ein selbsternannter Autoren-Western, der zwar intelligent und gut ist, auch gut fotografiert, aber letztendlich nur ein Sturm im Wasserglas, der gut und gerne die halbe Dauer und wesentlicher Publikumsgeschmacksbezogener hätte sein dürfen.
Selbst für einen Film der Kategorie Carte Blanche gibt dieser Film kein gutes Beispiel ab.

4 Punkte (Für jede Stunde sozusagen ein Punkt...)

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