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Ganz so still wirkt das Schlangengift in dem Trashfilm von Fred Olen Ray nicht, was letztlich zu den wenigen Highlights zählt. Zwei Jahre zuvor gab es bereits "Snakes on a Plane", welcher von Regisseur David R. Ellis deutlich schwungvoller inszeniert war, als vorliegendes Werk, welches auch "Snakes on a Boat" heißen könnte.

Ein Experiment mit Schlangen auf einer Dschungelinsel gerät außer Kontrolle, weshalb Frau Doktor (Krista Allen) und ihr dubioser Assistent Jake (Louis Mandylor) von einem Militärboot unter der Führung von James (Luke Perry) in Sicherheit gebracht werden sollen.
Dumm nur, dass Jake ein paar Schlangen mehr als vorgesehen an Bord brachte und diese nun munter umher kriechen, während chinesische Schiffe in der Nähe offenbar ebenfalls auf Konfrontationen aus sind...

Die erste, etwas größere Schlange auf der Insel macht nicht gerade den Eindruck liebevoll ausgearbeiteter Computereffekte, - sie wirkt beinahe wie ein Gummivieh ohne Details, selbst Schatten sind innerhalb der kurzen Szene nicht auszumachen. Später an Bord kriechen zumindest ein paar reale Viecher durch die Korridore, was das Treiben insgesamt jedoch kaum spannend gestaltet.

Das liegt einerseits an den klischeebeladenen Charakteren mit geringem Sympathiefaktor und andererseits an der recht austauschbaren Kulisse des Bootes, welches kaum eine klaustrophobische Stimmung aufkommen lässt. Unspektakulär und ohne sonderliches Blutvergießen beißen die Angreifer zunächst Randfiguren, der eine oder andere Krampf infolge Schlangengiftes fällt aufgrund Overactings noch halbwegs unterhaltsam aus und eine Schuppenechse, welche ein wenig zu kichern scheint, kommt Trashfans ebenfalls entgegen.

Der Rest bietet vorhersehbare Vorgänge ohne Pep oder gar Charme, selbst auf ein Techtelmechtel wird verzichtet. So wäre ein wenig Augenzwinkern bereits viel wert gewesen, denn der Cast um Perry, Tom Berenger und Gerald Webb performt ohne größere Makel und auch der Standard-Score geht in Ordnung.

Das dramaturgisch enttäuschende Finale ohne erwähnenswerte Schauwerte unterstreicht, wie beliebig und ohne Elan Regisseur Olen Ray mal wieder herangegangen ist.
Tierhorror sollte entweder jede Menge Trash liefern oder eben Suspense durch eine glaubhafte Bedrohung schüren, - beide Punkte werden jedoch nur halbherzig abgehandelt.
3 von 10

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