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Der in Ungnade gefallene Navy-Commander James O'Neill erhält von seinem Vorgesetzten Admiral Bradley Wallace als letzte Mission seines aktiven Dienstes den Auftrag, ein dekommissioniertes U-Boot nach Okinawa zu überführen. Unterwegs bekommt O'Neill die Order, einen Umweg zu einer im Ostchinesischen Meer gelegenen Insel zu machen und dort die Wissenschaftlerin Dr. Andrea Swanson und ihren Assistenten Jake Golding aufzugabeln, die da im Geheimen Forschungen mit verstrahlten und mutierten Schlangen betreiben. Die Giftschlangen, die Golding an Bord geschmuggelt hat, um sie auf dem Schwarzmarkt zu verticken, schaffen es dummerweise, aus ihren Containern auszubüchsen und unter Wassser für allerlei Trubel zu sorgen... und darunter befinden sich auch zwei der mutierten Exemplare, die zwischenzeitlich mächtig an Größe zugelegt haben. Zu allem Überfluss gerät man auch noch mit der chinesischen Marine aneinander, die in den Gewässern aktuell ihre Manöver durchführt... Der von Fließband-Filmer Fred Olen Ray auf seine ihm typische, unbeteiligte Art runtergeholzte "Silent Venom" ist sicherlich nur deswegen entstanden, weil der Hollywood-Schlock "Snakes on a Plane" derartige Tierhorror-Stoffe wieder lohnenswert hat erscheinen lassen... wie sehr man sich doch irren kann. Da die mutierten Giftschlangen hier allerdings nicht durch ein Flugzeug wuseln, sondern an Bord eines U-Boots ihr Unwesen treiben, entpuppt sich das Ganze doch glatt als kaum verschleiertes Remake des 1974er-Fernsehfilmchens "Die Todesfalle unter dem Meer"... und stellt trotz 35 Jahren Filmgeschichte, die seitdem nochmal ins Land gezogen sind, weder handwerklich noch formal eine wirkliche Verbesserung zu diesem dar. Ganz im Gegenteil: Die billigen U-Boot-Kulissen, in denen sich die Handlung abspielt, waren bestimmt noch von irgendeinem anderen Streifen übrig und wurden flugs hierfür recycelt, während die verbratenen F/X den Begriff "Bodensatz" ganz neu definieren. Nach der schlecht animierten CGI-Riesenschlange direkt aus dem PC, auf die man in der allerersten Szene bereits einen guten Blick werfen kann, ist man dann aber doch angenehm überrascht, wenn da im weiteren Verlauf der Geschichte sogar mit ein paar echten Reptilien herumhantiert wird. Doch es nützt alles nichts, denn das Ergebnis ist nur ein minderbemittelter Genre-Müll von der Stange und da retten dann auch solche überraschend prominenten Darsteller wie Luke Perry und Tom Berenger nichts mehr, die allesamt eh nur wie auf Autopilot agieren. Schlangen-Horror mit Katastrophenfilm-Versatzstücken hatte Fred Olen Ray selbst mit dem ebenfalls nicht besonders tollen "Snake Zone - Straße ins Jenseits" echt schonmal besser hinbekommen... der hatte sich nämlich nur die Action-Set-Pieces von woanders her gemopst und war nicht so gänzlich mit offensichtlichem Stock-Footage (hier: Aufnahmen von Kriegs-Schiffen und wieder mal U-Boote-in-Aktion-Schnipsel aus "Crimson Tide" und "Jagd auf Roter Oktober") verpimpelt. So bleibt der einzige echte Schauwert von Belang, den "Silent Venom" vorweisen kann, halt eben doch Krista Allen (als Herpetologin ein ähnlich glaubwürdiges Deluxe-Casting wie Tara Reid und Denise Richards als Wissenschaftlerinnen!), die auch anderthalb Dekaden nach ihren Auftritten als TV-"Emmanuelle" Mitte der 90er immer noch next level gorgeous ist. Für die Dame ist ein Blick drin, alles andere kann in die Mülltonne...

2/10

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