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Ein frühes Filmchen von Kultmeister Franco . Hier orientiert sich der spanische Vielfilmer stark am (damaligen) Zeitgeist , verpackt sein Werk doch Elemente des Feminismusses und der psychedelischen Science Fiction in eine schicke Super-Detektiv-rettet-die-Welt-Story . Das ganze dann noch in poppig-bunter Optik und mit einer Vielzahl von feschen , teilweise auch nackten Damen .

Ein smarter Detektiv (George Sanders) wird von einem Bankier beauftragt , dessen Tochter zu finden . Diese befindet sich in den Klauen eines horrende Lösegeld-Forderungen stellendem Verbrecher-Syndikates . Schlau wie unser Held ist , überfällt er zum Schein die Bank seines Auftraggebers und macht sich mit seiner enormen Beute zur Zielscheibe der ganzen Unterwelt . Nachdem er sich in Rio mit einigen Banden gekloppt hat , wird er dann auch tatsächlich von den Entführern entführt . Diese Organisation , die sich tief im brasilianischen Dschungel eine futuristische Stadt erbaute , besteht übrigens nur aus Frauen und wird angeführt von der mysteriösen Sumuru , gespielt von Shirley Eaton (bekannt als vergoldetes Bond-Girl aus "Goldfinger" ; darf hier selber mal den Super-Schurken geben .) Diese extravagante Dame plant die Eroberung der Welt , angeblich für feministische Zwecke , tatsächlich scheinen es aber eher private Machtgelüste zu sein . Wie auch immer - Sumuru hat sich zwecks Finanzierung des ehrgeizigen Projektes 6 reiche Männer gefügig gemacht , die jetzt apathisch in den Glaskäfigen ihrer Festung befinden . In einem solchen ist übrigens auch die Tochter des Auftraggebers unseres Helden . Natürlich ist Sumuru an der angeblichen Beute des angeblichen Diebes interessiert und zwingt unseren Helden , indem sie ihn und das zu rettende Mädel mit irgendwelchen Folterstrahlen (?) beschießt , solche zu holen . Dazu schickt sie ihn mit einigen Agentinnen als Begleitung mal eben zurück nach Rio . Dabei kriegt aber auch eine Gangsterbande was von Sumurus geheimer Dschungelstadt mit und folgt unserem Helden heimlich , um sich Sumuru's "Staatskasse" unter den Nagel zu reißen . Zurück im Dschungel kommt es dann zum Gefecht zwischen den Gangstern und den Radikal-Feministinnen , was dem Detektiv ganz recht kommt , da er währeddessen mit dem zu rettenden Töchterlein abhauen kann .

Eine schön-trashige Story , flott inszeniert und mit vielen Weibern - was will man mehr ?
Na ja , so einfach ist es mit "Die 7 Männer der Sumuru" nicht , denn : die alten Agenten-Filme haben ihr ganz eigenes Flair, die experimentierfreudigen Filme der Sechziger haben ihr ganz eigenes Flair und , klar , die Filme des Jess Franco haben ihr ganz eigenes Flair :-) Vermischt man jedoch diese drei Stile , wie das hier der Fall ist , kommt dabei ein Film von recht stranger Atmossphäre raus , ein kaum zu beschreibender cineastischer Trip , der freilich nicht jedem zugänglich ist .

Fans des Regisseurs sollten sich diese weirde Bond-Variante jedenfalls nicht entgehen lassen - sollte sie demnächst wieder mal irgendwann im Nachtprogramm von Sat 1 laufen . Eine DVD wäre mal wünschenswert ... na ja , die Hoffnung stirbt zuletzt .

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