Ein New Yorker Privatdetektiv mitsamt einem befreundeten Polizisten als 'deutsche' Variante eines Bond-Epigonen; mit im Grunde gleicher Grundlage des auch vom Bahnhofskiosk stammenden Jerry Cotton, dessen Verfilmungen allerdings getreu der Vorlage auch Kriminalfilme im weitesten Sinne blieben und nicht etwa weltumfassende Abenteuer im ganz großen Stil eingingen. Dabei hat die Kommissar X - Reihe als Film durchaus Eindruck geschunden, beim Publikum zumindest, bei den Kritikern eher weniger, aber Berufsnörgler sind nun mal nicht so leicht zufrieden zu stellen und Verrisse gehen leichter von der Hand als die Belobigung. Zumindest wurde im entsprechenden Zeitraum, in der Blütezeit derlei Geschichten eine stattliche Folge von Produktionen mit dem Titelhelden und seinem Kompagnon gestemmt, in schneller Abfolge auch, um die Kuh zu melken und den Zuschauer in seiner noch anstehenden Nachfrage auch zufrieden zu stellen. Gedreht von zumeist Gianfranco Parolini a.ka. Frank Kramer, teils im Wechsel, teils gar in Co-Regie mit Rudolf Zehetgruber und abschließend auch einmalig vom bislang unschuldigen Harald Reinl inszeniert, stellen sich die Werke theoretisch als blendende Abgleiche von der auch in Heftform vorhandenen blühenden Phantasie einhergehend mit einfachen Geschichten und viel bunter Abenteuergeschmäckle dar; visuell mindestens genauso bunt wie das große Vorbild mit der 007, nur ansonsten gleich mehrerer Nummern darunter angesiedelt, aber dafür teilweise mit mehr (freiwilligen oder auch unfreiwilligen) Humor und auch so lakonisch gespielt:
Als in Kanada bei einem Raub durch nicht nur die Beute in Millionenhöhe verschwindet, sondern auch drei Leichen durch Smokey [ Gianfranco Parolini ] und Anthony [ Siegfried Rauch ] hinterlassen werden, schnappt man sich zwar den Obengauner Arthur Hillary [ Franco Fantasia ], hat er das Gut allerdings seinem Zwillingsbruder Robert zu- und dort versteckt. Um eine weitere Informationen heranzukommen, wird Elizabeth Hillary [ Erika Blanc ] entführt; Jo Louis Walker [ Tony Kendall ] und sein Kompagnon Captain Tom Rowland [ Brad Harris ] machen sich mit Unterstützung von Inspektor Lefèvre [ Erwin Strahl ] und Inspektor Barry [ Laci von Ronay ] auf die Fährte, die u.a. zu Emily Lambert [ Corny Collins ] und Betty Rogers [ Hannelore Auer ] und schließlich nach Montreal führt.
Vor allem das zusammengewürfelte Pärchen in der Hauptrolle, die Best Buddies mit gleichen Ziel sind anders als die Einzelgänger sonst schon eine Abwechslung im Geschehen, zumal Parolini auch kein grüner Anfänger ist und sein Handwerk als Routinier mit auch dem Schalk im Nacken und dem leichten Regiestil durchaus versteht. Eröffnet wird hier erneut mit der Großaufnahme einer Metropole, mit Amerika, so soll es darstellen, so soll es sein für den Zuschauer, eine Weltreise mit dem Finger auf den Globus, hier Kalifornien und nicht etwa New York gezeigt. Ein Überfall auf einen Gefangenentransporter findet statt, die Wege abgeschnitten vorne und hinten, mit brennenden Ölfässern und flotten Flinten, eine Befreiung und "nun ab, dass die Socken qualmen", eine Highway Patrol als einzige Zeuge überlebt und gibt Meldung, es ging vorher um einen Klunkerklau, jetzt geht's ab nach Calgary zum Verstecken, der Roman als Vorbild genommen, eine literarische Adaption, ein Sammlerstück als Buch und Film gleichermaßen, eine Zirkusnummer, eine Festivität, das Morddezernat New York als Hilfe einbestellt oder auch andersherum, Rowland gar nicht so begeistert von dem auch ebenfalls anwesenden Walker, er delegiert ihn quasi raus und hinaus, ein Actionkrimi angeleiert, Gut und Böse gleichzeitig im Blick, die Nase vorn. Privates macht hier durchaus seinen Bestandteil aus, es geht nicht ums Weltgeschehen, sondern um Kleinkriminelle und ihre Ansinnen, um ein MacGuffin und ein Geheimversteck, dazu Brad Harris als Cowboy verkleidet bei einer Stampede fürs johlende Publikum, einige wahnwitzige Einlagen plus ein 'fliegender Mensch' und Rodeo, Brot und Spiele für die Massen, dazu ein paar Stunts und ein Rollentausch sowie eine echte Explosion zur Tarnung, "Wer hat Tracey hochgeblasen?", "Da scheint mir was faul zu sein.", gearbeitet wird mit Finten und Tricks, mit Schnelligkeit und Belegungsdichte und Bewegungswechsel, geht es dann nach Montreal, einmal Kanada durch und quer, Beziehungsszenen kreuz und quer, Kendall als Sprücheklopfer, es gibt einige humoristische Sperenzchen, verbaler Natur vor allem, Blicke und Reden zwischen den Geschlechtern.
Kendall und Harris scheinen dabei in zwei verschiedenen Filmen zu spielen, sie werden öfters mal erwähnt, aber einer wirkt wie im Nachhinein hineingeschnitten und der andere hauptsächlich beschäftigt und geschäftig und auch so gefilmt, ein steter Wandel zwischen den Genres, der große Rahmen Eurospy, hier mit Gangstermontur und entsprechenden Gebaren. Natürlich arbeitet man allein genauso gut wie zu weit, von beiden Seiten aus und später miteinander, der nebensächlich wirkende ist nämlich die Titelrolle, "Da kommt KX, der bringt mir alles durcheinander.", es wird auch mal gegeneinander agiert statt miteinander, es wird sich geneckt und geschabernackt, es werden die eigenen Leute ausgeknockt und so gelichtet, warum auch immer, die Handlung als großer Scherz und Schwindel, auf einer Expo das Versteckspiel, viele touristische Attraktionen geboten, die Möglichkeiten des Mit-Filmens fleißig genutzt, die geografischen und architektonischen Vorgaben, "Wir haben immer gut zusammengearbeitet", es wird sich auf die Schulter geklopft und mit dem Finger an das Sakko geknipst, ein Versteckspiel allerhand. Edle Anwesen werden hier gezeigt, kantige Worte, ein psychologisches Verwirrspiel, eine falsche Position eingenommen und alle getäuscht, so möchte man meinen, weniger ein Crime des Fantasievollen als ein Konstrukt des Absurden, mit mehrerlei Falschheiten und allerlei Variationen, ein Groschenheft aus alten Schrot und Korn, der 5. in der Reihe schon, insgesamt 7 davon, der Erfolg nicht zu verachten, sondern zu achten, dies nicht zu vergessen, dies zu beachten. Kain und Abel wird hier natürlich herangezogen, direkt und konkret und offensichtlich, Der Mann, der aus dem Regen kam + Heimatfilm und Schmierentheater, dazu heimtückische Angriffe von Harpunieren, dazu ein Abstecher in den örtlichen Karate/Judoclub, ein paar heftige Schwinger und Tritte und Backpfeifen, dass sich die Balken biegen und die Trainingswerkzeuge zusammenkrachen.
Preiswerte Actionszenen hier das A und O, ein wenig mehr hatten die anderen Filme schon zu bieten, hier dafür ein paar kriminalistische Spitzfindigkeiten, ein paar Unstimmigkeiten zwischen den Alphamänner, die sich öfters in der Wolle haben als sonst, fast gegeneinander arbeiten, zudem ist die Laufzeit so kurz wie möglich, man dreht sich viel im Kreise, das Ziel ist quasi vor einem, und damit auch vor den Protagonisten, man kennt den Titel schließlich schon. Trotzdem fügt man mancherlei Überraschungen ein und hält sich angenehm entspannt, teilweise spielt man nur im trauten Eheheim, welches man durchstöbert wird und ein- und auseinandergenommen, die Farbe stört das fast, im s/w wäre es ein Wallace statt ein Bond und eher von Reinl selber bspw. zu erwarten als von Parolini, der sonst mehr Aufwand zeigt (als eine finale Motorbootjagd) und mehr Spekulatives, siehe nur den letzten Vertreter der Reihe, der geradezu mit Explosionen um sich wirft. Hier ein Gaunerstück der üblichen Art, der üblen Art, auch so betont und so bespielt und intoniert, mit dem Springmesser wird hantiert, und immer und stets im schicken Anzug flaniert. Einmal kommt es zu einer Art kurzen Autoverfolgung, paar Sekunden nur durch die Stadt, zu einer Art Baustelle, die garantiert nicht in der Nähe, aber passender Schauplatz für eine (unübersichtliche) Schießerei mit anschließend grober Männerprügelei und woanders höchst brenzliger, ironisch aufgelöster Lage dann war; "Warum muss ich immer die Kohlen aus dem Feuer holen?"