Als die Gangster Manuel Prado und Al Costello Bombenattentaten zum Opfer fallen, übernimmt Tom Rowland von der Mordkommission den Fall. Gleichzeitig soll dessen Kommissar X genannter Freund und Privatdetektiv Jo Walker, im Auftrag einer jungen Frau den verschwundenen Atomphysiker Bob Carrell finden.
Zwischen 1959 und 1992 entstanden 1.740 Ausgaben der Heftserie Kommissar X, aus der die beiden Hauptfiguren lizenziert wurden. Ab 1966 entstanden im Fahrwasser des Erfolgs von James Bond sieben, bzw. je nach Wertung auch acht Filme, deren Geschichten aber nicht auf den Heftromanen basieren, da diese eher bodenständig angelegt waren und zu wenig Action enthielten. Die Filme sind dem Bond-Vorbild folgend deutlich actionorientierter, pulpig-trashig mit exotischen Schauplätzen, vielen schönen Frauen, Prügeleien, Schießereien, großen Verbrecherorganisationen, Gadgets und ein paar Explosionen.
Tony Kendall gibt den immer coolen Walker halbwegs charmant und amüsant. Frauen kann er kaum widerstehen, diese ihm selbstredend erst recht nicht. Das geht so weit, dass die Haupt-Antagonistin nach einem unfreiwilligen Kuss mal eben die Seiten wechselt. Natürlich hat der Antagonist gleich zwei Armeen. Eine besteht aus Männern, alles Freiwillige, rot schwarz uniformiert, die als reines Kanonenfutter dienen. Die zweite Armee besteht aus Frauen, alle mit einem Serum willenlos gemacht, schwarz uniformier mit knappen Oberteilen und der gleichen Perücke. Am Ende gibt es dann als netten Höhepunkt den Kampf der Geschlechter. Muskelmann Brad Harris hängt als Rowland seinem Kumpel Walker immer etwas hinterher, manchmal spucken sie sich auch gegenseitig in die Suppe, letztlich hält man aber zusammen. Als Team funktionieren die beiden auf allen Ebenen ziemlich gut.
Ausstattung und Kulissen erinnern zum Teil stark an den ersten Bond, Dr. No. Hier wie da geht es um eine Insel, Verseuchung und ein blubberndes Becken, in dem man nicht baden sollte. Aber die Sets sind möglichst kostengünstig gehalten und das Drehbuch hält einige harmlos witzige Absurditäten parat. So küsst Walker eine wildfremde Frau, woraufhin diese ihm erstmal direkt ihr Auto leiht. Bei den Dialogen geht es ähnlich wild zu, mit flotten Sprüchen, One-Linern, peinlichem Liebesgesäusel und natürlich ahnt “der beste Privatdetektiv der Welt” Finten voraus und weiß ihnen zu begegnen. Er ist eh immer allen einen Schritt oder besser einen Schlag voraus.
Deutscher Wannabe-007 mit klischeehaften Dialogen, Frauen als schmuckes Beiwerk, trashiger Humor und jede Menge Pulp-Action, fotografiert in Urlaubslandschaften. Leichte Kost, die eigenständiges Denken nicht als Grundvoraussetzung für die Sichtung verlangt. Eigentlich braucht der No-Brainer gar kein Denkvermögen. Auf der Basis ist das Dingen dann recht unterhaltsam geraten.