Eurospy-Produktion um den Scheinbar nicht bloß im Bundesraum beliebten Kommissar X, im Zuge und Fahrwasser der bondesken Abenteuer natürlich gehalten, auch auf eine durchaus stattliche Anzahl an Nachzüglern kommend und sein eigenes Bewusstsein verbreitend. Ausgehend von der Pulp Fiction, den Groschenheft-Romanen, die weiterführend heutzutage noch gedeihen hat man hier ein kleineres Fabrikat als die Erzeugnisse um Connery geschaffen, aber eines, dass sich aufgrund seiner Regisseure durchaus Mühe und Bemühung zeigt und gibt. Gestartet wird scheinbar in New York City, mit einer Entführung eines Mädchens, der Kommissar aber gleich vor Ort und Stelle, mit Scharfsinn und Tatendrang, mit Schlagkraft und Pistole, die nur bei ihm, bei allen anderen nicht funktioniert, "Komm her, Puppe", ein Auftrag in Singapur steht an, Bezahlung ist erhöht worden, die Einleitung selber nur eine Finte, ein Trick, eine Übung, eine Prüfung, nun geht's ans Eingemachte, im Fernen Osten wird sich verdrückt:
Die Geheimdienstorganisation des Goldenen Drachen bedroht die Wissenschaftstochter Sybille Akron [ Barbara Frey ], deren Vater Professor Akron [ Ernst Fritz Fürbringer ] eine neue Laserstrahlwaffe erfunden hat, an denen die Verbrecher heranwollen. Um weiteres Unheil zu vermeiden und vor allem die bevorstehende Drohung ganzer Großstädte aufzuhalten, werden Jo Louis Walker [ Tony Kendall ] und sein Freund und Partner Captain Tom Rowland [ Brad Harris ] informiert, gemeinsam machen sie die beiden auf die gefährliche Mission, die Operation Far East, die sie bald auf Stella [ Gisela Hahn ] und die nicht minder mysteriöse Shabana [ Luisa Rivelli ] treffen lässt, wobei auch der alles verwaltende Li Hu Wang [ Nikola Popovic ] seine Mächte und Kräfte spüren lässt.
Sexistische Sprüche noch und nöcher, chauvinistisches Verhalten, dafür Außendreh vor Ort dann, zumindest so angetäuscht durch einige Realaufnahmen, dann die Geschäftemachcherei, ein böses im Ansinnen, entsprechende heimatliche Tön auf der akustischen Spur, dem Zuschauer ein Adventure geboten mit allen Zutaten, die es benötigt. Aufwand wird durchaus gut angetäuscht, sowieso herrscht hier viel Tarnung, Ultrascope in der Co-Produktion zwischen Italien, Österreich, Jugoslawien und Singapur selber, ein farbenfrohes, ein knalliges Stück Zelluloid, ein Husarenritt. Eine Reisegesellschaft am Landen, das Publikum mit drin, der X gleich auf Flirttour, ein Playboy, ein Ladykiller, ein explodierendes Flugzeug auf dem Airport noch, der Rauch weicht über die Landebahn, man wird erwartet und wurde gewarnt, man ist in Empfang genommen worden, bald auch eine Verfolgungsjagd, ein Beschuss aus dem hinterher preschenden Wagen, ein Ablenkungsmanöver und etwas Schlingern und Schleudern und die Verfolgungsjagd findet ein schnelles Ende, Rowland und Walker mit allem ausgerüstet, eingedeckt mit Tricks und Gimmicks und für zwei Nächte im Hotel eingecheckt. Poolszenen gibt es hier auch, Bikiniszenen, harte Männer und schöne Frauen, die "Bienen", die "steilen Zähne", ein paar schnippische Sprüche, "es fängt an, spannend zu werden", erstmal das eigene Spiegelbild genossen, ein Killer auf der Terrasse, ein Überfall im eigenen Hotelzimmer, Kendall macht den Lebemann, Harris den Bremser und den Actionchoreograf, die Regie Frank Kramer, also Gianfranco Parolini, ein Meister seines Fachs. Geflachst wird hier, ein Bauchklatscher hingelegt, der Co-Darsteller hat deutlich eine bessere Figur als der Titelheld, gibt sich aber mit der zweiten Rolle zufrieden, die Muskeln spielend, das Sixpack zeigend, auch er gerät in Gefahr, das ist hier das Motto, das ist der Reihe zu eigen. Auch hier soll man erschossen werden, auch hier gehen die Treffer daneben, ein zweiter Versuch, ein sinnloses Bestreben.
Harris spielt das ernst, Kendall auf Leichtigkeit und Lockerheit, dazu schnelle Schnitte und Übergänge, erneut eine Prügelei, diesmal im Speisewagen, heftige Verrenkungen und Luftschwingern, ein Zugexplosion, ein Abteil zumindest, nicht die ganze Maschine, trotzdem imposant im Anliegen, die Pyrotechniker auf der Hut, den Platz mit der besten Aussicht innehabend. Infiltriert wird hier, interagiert, kooperiert, chargiert, vorgestellt und inspiriert, die Texte in Bilder umgesetzt, die genau dazu passen, die perfekte Übertragung der Medien, es gibt etwas Verschwörung und Kintopp und Matinee, die Direktion und Dekoration spielt sich auf und erweist sich ehrerbietig ehrenrührig ebenbürtig, eine Einmaligkeit auf der Welt, der Laser hier, nicht der Film selber. Parolini gibt eine Demonstration seines Könnens ab, nicht so sehr wie in den Sabata-Filmen, wo er aber auch ein anderes Genre bediente und mehr Freiheiten wohl hatte, hier eine Übersichtlichkeit, ein Technizismus, ein 'Spionagekrempel' in Farben- und Spielfreude, mit heimlichen Lauschern und Beschattung, paarmal dem Sarg entronnen, Gangstern entfleucht, Konkurrenz der anderen Organisationen, die Mitwisser enttarnt, die Beine in die Hand genommen und eine Jagd angestrebt, diesmal fußläufig. Der Zuschauer kommt dabei auf seine Kosten, es ist viel los, er reist in ferne Ländern, wer war in den Sechzigern schon in Singapur?, es wird auf Schnelligkeit gedrängt, durch Parks gewandelt, Duelle Pistole gegen Harpune angestrebt, im flinken Schnitt in Angriff und Verteidigung gewagt.
Gut in Koordination ist man, rasch in den Wechseln, auch die gegenüberliegende Seite betrachtet und deren Interessen und Maläsen, keine Zeit zum Innehalten, von einem Cliffhanger zum anderen gesprintet, der Boss gibt die Anweisungen, die Folterkammer des goldenen Drachen ist ein Ausstellungsstück, eine Touristenattraktion wie Grislyworld, es gibt auch etwas Beat und andere Sechziger Jahre Wahrzeichen, Kendall versucht sich als Bond für Arme, dafür ist er nur ein Polizist, bei Diamantenfieber gab es Ohrfeigen für diese Annahme, mit der Hinterhand und unvermittelt, hier kein Durchschnaufen, immer die Pistole im Gesicht, immer ein Oneliner, "Hören Sie überhaupt zu, oder was tun Sie?", die Mordkommission von Manhattan hier außerhalb des Zuständigkeitsbereiches und dennoch und trotzdem mittendrin; an Vorschriften wird sich dabei nicht gehalten, jede Spur verfolgt, immer auf Achse, das Heil in der Flucht versucht, etwas Schabernack dargereicht, mal klebt die Kamera dicht an den Figuren dran, mal beweist sie Übersicht, Kabinettstückchen mit eigener Handschrift gibt es hier eher nicht. Die fernöstliche Exotik kommt dem Film dabei zugute, auf der Reiseroute, narrativ ein Kampf gegen ein Kartell voller "Bienen", mit dem Maschinengewehr in der Hand, zwischendurch gar auf Spannungskino, Stichwort herabfahrender Fahrstuhl und dort auch kurz tatsächlich auf echte Emotionalität gemacht.