Review

Wieder mal einer dieser Kabel1-Freitag-Nacht-Western...

Vermutlich hat Django, dessen Kopf auch seinen Preis hat, im italienischen Original nix mit dem echten Django gemein, aber hey, man wollte ja auch 'n bischen Gewinn machen .

D. wird diesmal von einer üblen mexikanischen Gang gejagt, weil er für den Bruder des Gangleaders erfolgreich das Kopfgeld eingestrichen hat. Da er nicht aufzufinden ist, fackeln sie kurzerhand sein Heimatdorf ab und entführen seine Freundin (welche sicht echt sehen lassen kann !). Dass kann sich der gute Mann natürlich nicht gefallen lassen. Gut, dass er dann einen dicken Kerl trifft, der das Versteck der Banditos kennt. Jener ist auch stinksauer, da diese ihm seinen schönen Sattel (!) geklaut haben und nun macht sich das Duo auf, abzurechnen. Allerdings misslingt ihr Überraschungsangriff und sie werden ebenfalls gefangengenommen. Nachdem die Gangster sie ein bischen gefoltert haben , hauen sie ab, um zwischendurch mal wieder 'ne Postkutsche zu überfallen . Während ihrer Abwesenheit schaffen es Django, sein Mädel und der Dicke sich aus der Höhle zu befreien und nehmen noch gleich die gesammelte Beute des Lumpenpacks mit. Natürlich ist dieses, nachdem sie zurückgekehrt sind, entrüstet und starten nun einen Großangriff auf Django's Hotel. Zum Schluss gibt's freilich einen Showdown .

Ein staubiger Italo-Wester , der selbst Fans des Genres aufgrund der Billigkeit und der Schmierenschauspieler missfallen dürfte. Leider muss man sagen, dass dieser Streifen wohl zum absoluten Bodensatz des Westernfilmes gehört. Die Story ist derb infantil, die Handlung fließt zäh dahin und der ganze Film wirkt so schmuddelig, dass sich der gemeine John-Wayne-Fan fast schämen muss , ein Freund des Genres zu sein.

Wer allerdings wie ich auf ein solches Schmuddelfeeling steh , der sollte sich den "Auch Django's Kopf hat seinen Preis" im Falle einer erneuten Austrahlung nicht entgehen lassen, zumal auch der Trash-Gehalt recht hoch. Er ist nämlich einer der schlechtesten Filme in der an schlechten Filmen sehr reichhaltigen Riege der Italo-Western und so gibt's immerhin was zu lachen. Wenn sich z.B. der erwähnte dicke Kerl nur wegen seines Sattels mit der Gang anlegt und ein gutes Dutzend der ultra-gefährlichen Reiter zu Fuß und mit Fäusten alleine fertigmacht, beweist er damit fast genauso übermenschliche Fähigkeit wie Django himself, der freilich nie Nachzuladen braucht. Die Leichtigkeit, mit der er am Schluss mal eben die gesamte Gang in Rekordzeit über den Haufen ballert, dürfte selbst L. Luke als Beispiel dienen. Nur der Chef-Bandito erweist sich als zäher Brocken, spricht er doch noch minutenlang üble Verwünschungen gegen Django aus, während dieser ihm aus einer Meter Entfernung ein ganzes Magazin in den Wanst ballert. Das trotzdem kein Blut zu sehen ist, spricht für sich .

Also : sollte dieser Streifen demnächst nochmal auf Kabel1 laufen und du, lieber Leser, gleichwohl Fan von Italowestern als auch üblem Trash sein, sei er dir empfohlen. Ansonsten mag er dir als Einschlafhilfe dienen (was zu der wahrscheinlichen Sendezeit auch passt).

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