Naja, naja, naja,
keiner der besten Thriller, die ich bisher gesehen habe. Über Durchschnitt kommt dieser Film jedenfalls nicht hinaus. Robert de Niro kann halt nicht alles alleine zu Gold machen.
Vincent LaMarca (Robert de Niro) hat es in seinem Leben zu was gebracht: Bei der Polizei gehört er zu den ganz hohen Tieren. Das schaffte er, obwohl sein Vater wegen Kindesmord zu Tode verurteilt wurde, als er 8 war. Und das schaffte er, obwohl sein Sohn, Joey LaMarca, zu einem Drogenjunky geworden ist. Von seiner Frau lebt er getrennt, offenbar hat er sie einst geschlagen und durfte seinen Sohn nur noch unter Aufsicht sehen. Das hielt er nicht lange durch. Stattdessen besuchte er ihn lieber gar nicht mehr.
Der Clou des Films ist nun, dass Vincent sich um einen Mord kümmern muss, in welchem sein Sohn der Hauptverdächtige ist. Nicht nur das: Kurz darauf stirbt auch sein Freund und Kollege. Der Hauptverdächtige: Wieder sein Sohn Joey... Kann Vincent die vom Weg abgekommene Seele seines kranken Sohnes retten oder wird diesen das gleiche Schicksal einholen wie Vincent’s Vater?
Die Story ist ganz gut durchdacht eigentlich und mit der Verpflichtung von Robert de Niro hat man dem Film auf jeden Fall einen Gefallen getan. Er spielt super. Aber wie schon erwähnt, das reicht nicht. Die anderen schauspielerischen Leistungen sind ebenso durchschnittlich wie der Film.
Der Film hat nach meiner Meinung zwei entscheidende Probleme. Das Erste:
Er ist stellenweise zu langweilig. Es gibt viele Szenen, die eingefügt wirken und einfach hätten fehlen können, ohne dass es jemanden stört. Viele Szenen wirken also wie Platzhalter, das kann einem Film nicht gut tun. Das führt dazu, dass gelegentlich Langeweile aufkommt. An sich vermittelt der Film schon Spannung, aber er erlebt zu viele Durststrecken. Das zweite Problem:
Der Kitsch! Das Ende ist voll spannend, da kann man nichts sagen. Aber es wird durch übertrieben kitschige Dialoge total zerstört, wie ich finde. Man denke nur an die vorletzte Szene oder so, wo man dem Sohn etwas von den Lippen ablesen muss. Da muss man sich doch an den Kopf fassen. Jetzt hat er seinen Vater gerade mal 5 Minuten nach all den Jahren zu Gesicht bekommen und wird dann so kitschig? Bä! Äußerst schlimm ist auch der Monolog von Vincent über seine Fehler gegenüber Joey, als dieser gerade am Fenster vor all den Cops steht. Das ist glaub ich für jeden Action-Thriller Fan einfach zu viel des „Guten“ gewesen.
Robert de Niro ist alt geworden, soll aber vielleicht gerade deswegen sehr positiv erwähnt werden. Er spielt seine Rolle des coolen, smarten Cops ganz stark. Er versucht nicht, jung zu wirken, sondern ist in der Hinsicht einfach ehrlich. Er ist alt und spielt einen alten Cop. Cool kann man deswegen trotzdem sein und er setzt das dementsprechend um. Seine Mimik, Gestik und vor allem sein Blick wird Hollywood fehlen, wenn er bald zu alt ist, um Actionfilme zu drehen. Hoffentlich werden uns bis dahin noch ein paar Filme serviert, bei denen er durch die regisseurtechnische Umsetzung des Films noch mehr glänzen kann.
Fazit: Ein toller Robert de Niro und eine gute Story machen allein keinen überdurchschnittlichen Film. Oft kommt Langeweile oft, oft wird es für einen Action-Thriller zu kitschig. NUR IM NOTFALL ANSCHAUEN. Außer ihr seid große de Niro Fans, dann auf jeden anschauen. Euer
Don