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Steven Seagal ist zurück. Nach seinem mäßigen Ausflug ins Horrorgenre mit "Against the Dark" und dem unsäglichen "Kill Switch" spielt er einen ehemaligen russischen Mobster, der für seine Tochter blutige Rache übt ...

"Driven to Kill" gehört zu den Seagal-Filmen, die man sich als Fan des dicken Aikido-Kämpfers durchaus ohne Vorwarnung anschauen kann. Denn anders als in seinen meisten Produktionen der vergangenen Jahre hatte Seagal offensichtlich Lust auf diesen Film. Er nuschelt zwar öfters unverständliche Sätze (zum Glück gibts Untertitel), aber an Bewegungsunfähigkeit leidet er diesmal nicht. Mit vollem Körpereinsatz haut, schießt und sticht Seagal durch unterhaltsame 90 Minuten.
Der Rachethriller ist natürlich von vorn bis hinten durchschaubar, aber optisch ansprechend in Szene gesetzt und an einigen Stellen sogar spannend. Besonders erstaunlich ist diese Tatsache, da sich mit Jeff King ausgerechnet der Regisseur hinter "Driven to Kill" verbirgt, der zuvor "Kill Switch" gnadenlos in den Sand gesetzt hat. Diesmal muss sich King keine Vorwürfe machen. Sogar die Actionszenen hat er im Griff.

Was nach wie vor negativ auffällt (und spätestens seit "Urban Justice" leider Standard geworden ist), sind die komischen Kameraeinstellungen während der Fights unseres Dicken. Entweder befindet sich die Kamera direkt hinter dem Bad Guy oder direkt hinter Seagal bzw. zwischen seinen Fäusten, so dass die handfesten Auseinandersetzungen - so nett sie auch sein mögen - den Zuschauer zu keinem Zeitpunkt richtig vom Hocker hauen können. Warum gibt es keine Einstellung aus ein paar Metern Entfernung, die die Kontrahenten ein paar Sekunden lang komplett zeigt? Werden etwa wieder Seagals Stuntdouble (hier wenigstens geschickt) kaschiert?

Wie dem auch sei; einen filmschen Einbruch erlebt man nicht. Eine gewisse realistische Härte hat "Driven to Kill" ebenfalls zu bieten. Neben den einigermaßen gelungenen Kämpfen wissen die vielen blutigen Schießereien zu gefallen, auch wenn man auf allzu ausufernde Action verzichten muss. Dafür reicht inzwischen das Budget nicht mehr aus. Lag dieses bei "The Foreigner" noch bei 20 Millionen Dollar, darf der Regisseur jetzt nur noch knapp die Hälfte verbraten; das aber wenigstens on Location in den USA und nicht irgendwo im Osten Europas.

Sollte Seagal tatsächlich die Kurve kriegen oder ist "Driven to Kill" nur wieder der Einmal-Hit vor drei weiteren Gurken? Wir werden es erleben.

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