Das scheint doch mal ehrlich: da haben sich einstmals zwei Drehbuchautoren vorsätzlich den dümmsten und gleichzeitig kommerziellsten Filmtitel ausdenken wollen, um dann auf dieser reichhaltigen Basis ein Skript zu schreiben.
Ergebnis war: "Lesbian Vampire Killers".
Und ja, die Wahl klingt logisch, spricht sie doch Horror- und Komödienfans, Nerds und alle, die nacktes Fleisch stehen gleichermaßen an - insofern sollte die Umsetzung so eines Projektes doch kein Problem sein.
Ist es aber doch, denn unter Umständen kann aus einem blöden Filmtitel ein noch blöderer Film erwachsen, der nur bedingt kommerziell das einhalten kann, was sich ein Fanboy (bzw. Fangirl) bei diesen Schlagwörtern wahrscheinlich als Erstes zusammenmemoriert.
Leider ist es bei dieser Hommage an klassische europäische und "Hammer Films"-orientierte Vampirsagen nicht gelungen, gewisse Elemente zu einem irgendwie gearteten Ganzen zusammenzufügen, so daß sich wohl nur die am wenigsten substanziell orientiertesten Fans damit anfreunden können. Oder anders: man muß schon auf albernen Blödsinn und Titten fokussiert sein, um das hier mit einer Palette Billigbier gehörig abfeiern zu können.
Zwar schon 2003 geschrieben, aber dann doch lange in Schubladen abgelagert, kommt die Tendenz zu britischem Horror und damit verbundener britischer Comedy jetzt gerade recht, so daß man wohl hoffte, in der Bugwelle von Talenten wie dem "Shaun"-Duo Pegg und Frost ein bißchen Kasse zu machen. So schwer kann das ja mit Blut und Mädels nicht sein.
Offensichtlich aber doch, denn James Corden und Mathew Horne sind nun mal leider in keinster Weise Simon Pegg und Nick Frost, die tatsächlich tv-geschliffene Chemie besitzen, während Corden und Horne leider nur auf niedere Instinkte setzen dürfen.
Ausgangspunkt des "Plots" (ahem!!!) ist eine alte Vampirsage, nach der über dem kleinen britischen Dörfchen Cragwich ein Flucht hängt, den einst die Vampirkönigin Carmilla (rotiert da ein Autor im Sarge?) gegen die Familie ihres Bezwingers ausgesprochen hat. Der ist per se schon mal recht seltsam gewesen, schließlich verwandeln sich die Holden des Dorfes (allesamt natürlich schlanke Schnitten) am 18.Geburtstag in Lesben oder eben das, was sich depperte Autoren darunter vorstellen: aufgegeilte Schlampen mit Zweistundenfrisuren, die sich dauerhaft stöhnend die Nippel reiben (aber auch nicht mehr). Es gibt also schlimmere Schicksale, aber wir müssen ja aus einer Komödie noch eine platte Farce machen.
Enter the main protagonists: Hornes "Jimmy" ist nicht nur der letzte Nachfahre des Ritterbezwingers, sondern auch weicheigeprüftes leeres Hemd, das zumeist mit betroffenem Gesichtsausdruck funktionsarm der Handlung hinterherläuft.
Wesentlich agiler Cordens "Fletch", der übliche semisoziopathische dicke Tunichtgut mit dem hohen Bierverbrauch und ohne Schlag bei Frauen, der offenbar für die teenagergeprüfte Comedy sorgen soll.
Weil die Figuren so nichtssagend sind, flechten wir also noch einen Reisebus mit einem Quartett Mädels ein (inclusive dem nötigen "love interest" und drei partygeilen und kiffenden Hühnern, die natürlich liebend gern auch den Dicken ranlassen würden, wenn sie nicht so schnell lesbische Vampire werden würden); Jimmys Dauerverflossene, die ihn zwar nicht will, aber noch weniger allein sein und den aufklärerischen Vikar (der achte Dr.Who-Darsteller Paul McGann trifft als einziger halbwegs den Komödientonfall), der sich um seine Tochter sorgt, die morgen Geburtstag hat (den 18. natürlich).
Das alles reicht genau für ca. 45 Minuten dumpfes Gezuppel aus der Hammer-Evil-Dead-Kiste rund um die Hütte im Wald, die von weiblichen Blutsaugern bevölkert wird. Und weil wir ja noch etwas "Innovation" brauchen, bluten die gepfählten Damen nicht wie gewöhnlich rot (das könnte sich ja aufs Rating auswirken), sondern eine weißliche Flüssigkeit, die nicht zufällig so ähnlich wie Sperma wirkt. Das Zukleistern mit weißem Glibber ist dann auch die künftige Haupt-Gag-Zutat, die bis zum Exzess breitgetreten wird, angereichert mit einigen minimalen Splattergags und viel Dauergelaber von Corden, der wohl als Nerd vom Dienst für die Klischeeverbreitung zuständig ist.
Den Rest von ca. 30 Minuten verkompliziert man den Plot um die Wiedererweckung der Königin aufs Dümmste, indem man die allseits herrschende Unfähigkeit einfach mal mit Slapstick mischt. Höhö - wie könnte man sich denn noch beknackter anstellen, als man ohnehin schon ist.
Wie gesagt, wem ein paar geschminkte Frauenbrüste, die sich gegenseitig anstöhnen (mehr die Frauen als die Brüste) als Partygrund genügen, dem ist es sowieso egal, was er sieht, ansonsten war diese Chose sogar den britischen Jungs von Genrepresse zu flach, um ihm mehr als die Tiefstwertung zu geben. Handwerklich ist das noch einigermaßen okay umgesetzt, aber was den Inhalt angeht und den anvisierten Witz, so bietet der LVK wirklich nur biederstes Hauptschulniveau für den angesoffenen Single. Fortsetzungsgag inclusive - aber dazu sollte es bitte nicht kommen, laßt die Retrosatiren bitte von Leuten machen, die ihre Vorbilder auch halbwegs verstanden haben. (3/10)