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John Agar, „fancy young man“ der späten 40er und 50er und eine gewisse Zeit Mr. Shirley Temple, hat in seiner Karriere nicht immer geglänzt und in viel gurkigem Müll mitgespielt (allerdings auch in ein paar John Wayne-Filmen und einigen brauchbaren Gruslern), aber wer mal eine echte Trashflöte sehen will, der bemühe sich um eine im Internet kursierende Fassung von „Hand of Death“.

1962 war Agar längst im C-Film unterwegs und dieser 60-Minüter legt brav Zeugnis darüber ab, dass der Weg wohl nicht mehr aufwärts führen würde.

In einer noch recht interessanten Versuchsanordnung gleich zu Beginn findet ein Postbote ein abgelegenes Gebäude mit reichlich toten Schafen und einigen offenbar dahingerafften Menschen im Hof vor, bis ihn selbst der Schlag trifft. Doch Überraschung, das alles war ein Experiment von Dr. Alex Marsh, einem idealistischen Forscher auf dem Gebiet der Nervengase, der gern auf taktische Atomwaffen verzichten würde, wenn er mit seinen Gasen (ahem!) den Gegner nur betäuben könnte, anstelle selbige zu töten. Mr.Postman und den sieben Schafen geht es kurz darauf wieder dementsprechend prima.

Aber Destiny strikes und irgendwann ist er in seinem Landlabor so übermüdet und überarbeitet, dass er die Flüssiglösung seiner Experimente auf die Hand bekommt. Es kracht und zischt und dann geht der Doc auf die Bretter. Als er wieder aufwacht, scheint alles töfte, doch er ist mit einem kleinen Extra zurückgekommen, denn was immer er von nun an mit nackter Haut berührt, sagt schmerzerfüllt „Aua!“, hat plötzlich an der Stelle schwarzgemalte Flecken und stirbt instantly!

Was macht man da, natürlich, man flieht zu Verlobter und altem Mentor im Rollstuhl, auf dass diese eine Kur finden (der Typ in „Die Fliege“ hat immerhin selbst weitergeforscht, als er nicht mehr so hübsch war!), auf dem Weg dahin beißen aus Versehen und wegen akuter Doofheit schon mal zwei Leute ins Gras.

Naja, man ahnt es schon, mit einer Kur ist nicht so viel, stattdessen entwickelt Alex kurz darauf einen üblen Muskelkater im Nachtschlaf und verwandelt sich darob in etwas, was wie eine Kreuzung aus dem Michelinmännchen und dem „Ding“ von den „Fantastischen Vier“ (die Superhelden, nicht die Band) ähnlich sieht. Mit weitem Mantel und Hut, wegen dicker Lippen unfähig zur Artikulation, läuft und fährt er nun durch die Gegend, bis die Stunde rum ist, wobei er Paula Raymond in Angst und Schrecken versetzt.

Jau, das ist genauso doof und flach, wie es sich anhört und zieht sich nach 20 Minuten trotz der kurzen Lauflänge erheblich, weil den Machern offenbar nicht mehr eingefallen ist als die Anfangsszene, die irgendwie wie von „Das Dorf der Verdammten“ inspiriert ausschaut. Für diesen Double-Feature-Füller wurden tatsächlich zwei Autoren verheizt und Regisseur Gene Nelson, ein Ex-Darsteller ist auch keine Quelle der Inspiration, lässt das alles aber sauber abfilmen.

Wer mal möchte, kann sich tapfer durch die 60 Minuten prügeln, satt wird man aber nicht davon, weil der SF-Faktor nicht soweit trägt und nach der Mutation zum Stillstand kommt. Für Unersättliche tragbar: 3/10.









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