Banlieue 13: Ultimatum
Gesehen habe ich das Prequel nicht aber weiß ungefähr, dass die französische Regierung eine Besserung der Umstände in B13 zugesagt hatte. Der zweite Teil, Ultimatum, knüpft an dieses Versprechen an. 3 Jahre später hat zwar die Regierung gewechselt doch viel passiert ist nicht. Um es genau zu nehmen, gar nichts. Gewalt ist immer noch an der Tagesordnung und die Bewohner des Banlieue werden immer noch von der Polizei traktiert. Um sich des Problems mit dem unliebsamen Pöbel ein für allemal zu entledigen, soll eine von der Polizei durchgeführte "Säuberungsaktion" durchgeführt werden. Um einen Grund für so eine Aktion zu haben, beschließt die geheime Organisation DISS, die niemandem außer einem Ranghohen General und dem Präsidenten höchstpersönlich unterstellt ist, mittels eines gefakten Angriffs auf eine Polizeistreife im B13, dieses durchzuführen. Dumm nur, dass alle beteiligten Akteure bei der Erschießung zweier Polizisten gefilmt wurden. Hauptdarsteller und Parcourserfinder David Belle, im Film Leito, wird dieser Film zugesteckt. Dieser muss nun zusehen wie er erhaltenes Material am besten zur Lösung des andauernden Konfliktes nutzt. Die Lage steht kurz bevor zu esklaieren. Zusammen mit Polizist Damian und der Hilfe einiger Gangoberhäupter kommt es zum alles entscheidenden Kampf… Soweit so gut. Oder so schlecht. Naja, ganz schlecht ist Story nicht, aber auch nicht überragend. Denn auf eine etwas realistischere Darstellung der Verhältnisse in Frankreich, speziell in Paris, hat es der Regisseur wohl nicht abgesehen. Das es korrupte Polizeisysteme gibt ist klar. Da muss man nur mal nach Sao Paolo oder auf den schwarzen Kontinent blicken. Trotzdem empfand ich die Darstellung des Ganzen als zu extrem. Auch das die Leute die sich in dem B13 bewegen zum Teil Schwerstverbrecher sind, kommt nicht zur Sprache. Eventuell ist ein hartes Vorgehen der Polizei bei solchen Leuten auch gerechtfertigt. Der Präsident gefiel mir, aber ob der höchste Französische Staatsmann sich wirklich derart die Zügel aus der Hand nehmen lassen würde, ist mehr als fraglich. Das Ende empfand ich dann als ziemlichen Unfug, dass ich aber ganz sicher nicht spoilern werde.
Nun zum wichtigsten Teil: Die Action. Und da reiß sich der Film, trotz Scriptschwächen, allemal wieder aus der Scheiße. Denn die ist nämlich ganz großartig. David Belle veranstaltet sau geile Sachen. Die erste Verfolgungsjagd durchs Banlieue ist unfassbar. Da wird geklettert, gehangelt, gesprungen, (weit und tief) sich geduckt und ausgebüchst. Wirklich ein Genuss diesem Mann bei der Arbeit zuzusehen. Aber auch sein Kumpel Damian (Cyril Raffaelli) hats extrem drauf. Anders sucht er aber, ganz im Gegensatz zu Belle, den direkten Weg um mit seinen Gegnern fertig zu werden. Und das ziemlich Eindrucksvoll. Von diesem Menschen werde ich mir wohl noch das ein oder Andere Stück Zelluloid reinziehen.
Gefallen hat mir Ultimatum wirklich gut, denn Langeweile kommt nicht auf. In den cineastischen Olymp schafft er es dennoch nicht. Ein Verbessrungswürdiges Script ist schuld. Ist aber auch „nur“ ein Actionfilm.
8 Punkte.