Review

Die amerikanische Anthropologin Dr. Evelyn Howard reist nach Manila und engagiert dort den versoffenen Piloten Harry Bediker, um sie zu dem Camp ihres Kollegen Dr. Eslinger zu fliegen, der vor Ort seine Forschungen betreibt. Während des Trips werden die beiden von Banditen mit dem Hubschrauber über dem Dschungel abgeschossen und müssen sich zu Fuß bis zu dem besagten Camp durchschlagen... wo Evelyn von dem Caretaker Luis erfährt, dass Eslinger während einer seiner Erkundungstouren auf der Suche nach einem legendären Pygmäen-Stamm spurlos verschwunden ist. Kurz darauf machen Evelyn und Harry die unangenehme Entdeckung, dass Eslinger einigen reptilienartigen, fleischfressenden Kreaturen zum Opfer gefallen ist, die bislang unentdeckt im Dschungel gehaust haben und nun auch zum Angriff auf das Camp blasen... Aufgrund der Besetzung von "Easy Rider"-Peter Fonda als abgwracktem Bruchpiloten hat sich der hiesige Verleih tatsächlich nicht entblödet, den vorliegenden Streifen hierzulande "Easy Flyer" zu betiteln, aber zumindest im TV lief das Ganze ab und an auch schon mal etwas passender als "Im Dschungel des Schreckens", was einem schon eher eine Vorstellung davon vermittelt hat, was einen hier erwartet: Ein ziemlich hohles Abenteuerfilmchen mit sachtem phantastischen Einschlag und Monster-Movie-Touch. Mit einem zweiten "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" hat man es hier demnach nicht unbedingt zu tun, aber der kam ja auch erst ein Jahr später raus. Peter Fonda overactet, dass die Schwarte kracht und zischt in Minutenschnelle die vollen Whisky-Flaschen weg, als wäre es Apfelsaft, was die Vermutung aufkommen lässt, dass seine Rolle nicht nur laut Drehbuch permanent einen im Tee hat... mit seiner übertriebenen Performance steigert sich dann allerdings auch der schiere Unterhaltungswert nicht unbeträchtlich. Die Pärchen-Dynamik von Fonda und Deborah Raffin ist derjenigen aus dem besagten Turner/Douglas-Vehikel nicht unähnlich und kurioserweise sogar mit die größte Attraktion hier, denn das nicht üble Zusammenspiel trägt die eher ereignisarme Handlung durch einen Mittelteil, in dem nicht viel von Belang passiert, doch einigermaßen bis zum etwas actionreicheren Finale. Der Horror-Anteil der Angelegenheit ist derweil eher gering und nach einem kurzen Gore-Moment zu Beginn dauert es dann auch ziemlich lange, bis man endlich einen guten Blick auf die Ungeheuer werfen kann, die sich schließlich als Mini-Godzillas mit Schwimmhäuten unter den Armen entpuppen, bei deren Auftritt das Trash-Herz angesichts der offensichtlichen Gummi-Kostüme mal echt höher schlägt. Wie ernst man das alles zu nehmen hat, merkt man allerdings vorher schon daran, dass es da in dem "Dschungel-Camp" gepflasterte Straßen mit Beleuchtung gibt und irgendjemand für den allgemeinen Komfort sogar massiv gebaute Häuser hingestellt hat... was die Vermutung aufkommen lässt, dass man die Chose der Einfachheit halber wohl in irgendeinem philippinischen Kaff um die Ecke schnell runtergekurbelt hat. Gus Trikonis inszeniert derweil Szene um Szene immer irgendwie am eigentlichen Punkt vorbei und versemmelt vom allgemeinen Pacing bis hin zu den schlecht getimten Schocks so ziemlich alles, was hier ausnahmsweise aber fast schon wieder charmant wirkt, während die farbenprächtigen Bilder da durchaus pulpiges Adventure-Feeling aufkommen lassen. Unterm Strich ein relativ herziges B-Movie, dem man nur schwerlich böse sein kann.

6/10

Details
Ähnliche Filme