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Mit dem Begriff „Kult“bin ich etwas vorsichtiger geworden,denn es liegt nahe,sämtlichen Fernsehserien der eigenen Kindheit diesen Begriff unterzuschieben,da sie stets Erinnerungen mit sich bringen und nach einigen Jahren Gefühle von Nostalgie auslösen.
Zu einer der frühesten TV-Erfahrungen wurde die Zeichentrick-Serie „Biene Maja“,die mit über 100 Folgen einen wertvollen pädagogischen Dienst erfüllt hat,den man in modernen Kinderserien oft vergeblich sucht.

Erzählt werden etwa 25minütige Episoden aus dem Leben und Umfeld einer kleinen frechen Biene,die neugierig ihre Umwelt erforscht.Zu ihrem Freundeskreis gehören der faule und ängstliche Willi,Grashüpfer Flip und in späteren Folgen auch Alexander,die Maus.
So erleben wir so manches Abenteuer,wovon die meisten Geschichten deutlich gezeichnete Parabeln über Freundschaft und Hilfsbereitschaft,Zusammenhalt und Toleranz sind.

Waldemar Bonsels schuf mit seiner literarischen Vorlage eine Heldin,die durch und durch sympathisch ist und für viele Kinder ein charakterliches Vorbild abgibt.
Zwar sind einige Insekten etwas einseitig charakterisiert(Spinne Thekla und die stets aggressiven Hornissen)-aber Spannung muß ja schließlich auch sein,denn auf Dauer reicht es nicht,dass Willi ewig hinter Maja herfliegt(„Maja,warte,ich kannich so chnell“) und Flip mit irgendwelchen Weißheiten auftrumpft(und sich zuweilen wie ein Übervater aufführt)
Die Illustration beschränkt sich auf das Wesentliche,ausgefeilte Details und imposante Naturbilder wird man vergeblich suchen.Dafür kommt die deutsche Synchro unter der Leitung von Eberhard Storeck(Willi) mit markanten Stimmen als positiver Ausgleich der schlichten Art entgegen.

Eine abwechslungsreiche und kurzweilige Kinderserie,ein TV-Klassiker,bei der es nicht nur über die Insektenwelt so Einiges zu lernen gibt.
7 von 10 Punkten

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